Paul Lendvai, 95, überlebte den Holocaust, floh 1957 aus Ungarn nach Wien und wurde internationaler Journalist. In Wer bin ich? (Zsolnay) verbindet er Biografie und Politik, reflektiert seine ungarische, jüdische und europäische Identität und warnt vor wachsendem Antisemitismus. Im Gespräch mit Christian Ultsch.
Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie diskutieren in ihrem neuen Buch über gescheiterte Hoffnungen, Fehler und Möglichkeiten für Europas Zukunft. Mit ihrer Erfahrung kommentieren sie Politik und Gesellschaft. Den Abend moderiert Robert Misik, der die Debatte begleitet.
Die Kulturpublizistin und Autorin Nina Schedlmayer diskutiert mit Sabine Jesner (HGM) über die widersprüchliche Biografie von Stephanie Hollenstein (1886–1944): Bäuerin, Soldatin im Ersten Weltkrieg, expressionistische Malerin, Feministin, offen homosexuell – und zugleich NSDAP-Mitglied und Autorin antisemitischer Schriften. Moderation: Sabine Nikolay.
Solmaz Khorsand diskutiert mit den Expert:innen Ali Fathollah-Nejad und Azadeh Kian über Stabilität und Zukunft des iranischen Regimes, die Demokratiebewegung, feministische Proteste seit Mahsa Jina Aminis Tod, westliche Fehler und die lange Geschichte iranischen Widerstands.
Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Jonathan Coe und Giuliano da Empoli: Ein Abend über die Frage, wann und warum Literatur politisch wird – von Vergil bis Adorno, von Brexit-Satire bis „Der Magier im Kreml“. Humor, Macht und Verantwortung in der politischen Literatur. Das Gespräch wird in englischer Sprache geführt.
In autoritären Staaten ist kulturelle Freiheit stark eingeschränkt und doch gibt es oft kleine Freiräume. Angesichts zunehmender illiberaler Tendenzen auch in Demokratien stellt sich dringlich die Frage: Wie lässt sich freie Kultur als Grundpfeiler offener Gesellschaften erhalten? Eine Diskussion mit: Michal Hvorecky, Anastasia Patlay, Dessy Gavrilova. (In englischer Sprache)
Die Künstlerin Anna Paul und die Architektin Daniela Mehlich (DA – Verein zur Förderung von Diskurs) im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Veronika Floch über die historische Gestaltung des Kinosaals im Künstlerhaus. Dort hängen zwei großformatige, 1947 entstandene Leinwandgemälde von Rudolf H. Eisenmenger, seines Zeichens nationalsozialistisch belasteter Maler und langjähriger Präsident des Künstlerhauses.