Stellas Vater jagt Sonnenfinsternissen nach, bis er plötzlich stirbt. Zurück bleiben Fotos, Geschichten und Fragen. Als Erwachsene reist Stella in den Kongo, um der Faszination ihres Vaters auf den Grund zu gehen. Dort entdeckt sie im Schatten der Sonne die Geheimnisse ihrer Familiengeschichte. Der Autor stellt seinen neuen Roman vor und spricht mit Johanna Öttl.
Lisa Polsters Film dokumentiert das Rückkehrzentrum Bürglkopf in Tirol, wo Asylsuchende isoliert auf 1.300 m leben – fernab gesellschaftlicher Teilhabe, bei minimalem Lohn und ohne Perspektive. Inmitten alpiner Urlaubsidylle zeigt sie eindrücklich die Realität österreichischer Abschottungspolitik.An diesem Abend ist Lisa Polster anwesend.
In autoritären Staaten ist kulturelle Freiheit stark eingeschränkt und doch gibt es oft kleine Freiräume. Angesichts zunehmender illiberaler Tendenzen auch in Demokratien stellt sich dringlich die Frage: Wie lässt sich freie Kultur als Grundpfeiler offener Gesellschaften erhalten? Eine Diskussion mit: Michal Hvorecky, Anastasia Patlay, Dessy Gavrilova. (In englischer Sprache)
MAIIJAs Album I AM thematisiert Identität, innere Konflikte und den Druck gesellschaftlicher Erwartungen. Die elf Songs, produziert mit Peter Paul Aufreiter, sind musikalisch vielfältig arrangiert, zwischen Intimität und Klangfülle – und getragen von Marilies Jagschs eindringlicher Stimme.
Die Künstlerin Anna Paul und die Architektin Daniela Mehlich (DA – Verein zur Förderung von Diskurs) im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Veronika Floch über die historische Gestaltung des Kinosaals im Künstlerhaus. Dort hängen zwei großformatige, 1947 entstandene Leinwandgemälde von Rudolf H. Eisenmenger, seines Zeichens nationalsozialistisch belasteter Maler und langjähriger Präsident des Künstlerhauses.
Die diesjährigen literarischen Herbsttage der Alten Schmiede widmen sich der zeitgenössischen chinesischen Literatur. Am ersten Abend gibt es einen Eröffnungsvortrag von Liang Hong und einer Lesung von Lin Sen. Moderiert wird der Abend von Walter Famler. Es folgen weitere literarische Abende bis zum 5.10.
Robert Forster ist Singer-Songwriter aus Australien und war Mitgründer der legendären Indie-Band The Go-Betweens. Seine Songs verbinden Melancholie und Eleganz, oft getragen von literarischem Feinsinn. Auch solo bleibt er ein Meister subtiler Melodien und klarer erzählerischer Stimme.
Kei Ishikawa verfilmt Kazuo Ishiguros Debütroman: In den 1980ern besucht Niki ihre Mutter in England, die nur zögerlich von ihrem Leben im Nachkriegsjapan erzählt. Erinnerungen an Nagasaki, Freundschaft, Sehnsucht und verdrängte Wahrheiten verweben sich zu einem Drama über Verlust und Entwurzelung. Ein Film im Rahmen des "Japannual"-Festivals.
In einer US-Station in der Antarktis treibt ein außerirdischer Formwandler sein Unwesen, der Lebewesen assimiliert und perfekt kopiert. Die Männer der Crew wissen nicht, wem sie trauen können. Carpenter zeigt einen Überlebenskampf, in dem das Misstrauen bedrohlicher wirkt als das Monster selbst – begleitet von Morricones düsteren Klängen.
Die Band, die einfach schönen Pop macht, feiert im Chelsea den zehnten Geburtstag. Sie verbinden Indie-Sounds mit Swing und schaffen so einen Mix aus Vertrautem und Neuem. Ihr Markenzeichen sind die „Shared Drums“, die drei Bandmitglieder spielen. Das sorgt für unverwechselbaren Rhythmus, eingängige Melodien und überraschende Wendungen mit großer Bühnenwirkung.
Nach dem „Anschluss“ 1938 hoffen viele Südtiroler:innen, dass Nazi-Deutschland ihre wirtschaftliche Not lindert. Als Hitler Südtirol an Mussolini „verkauft“, müssen die deutschsprachigen Bewohner:innen entscheiden: Auswanderung ins Reich oder Verbleib in Italien. Familien und Dorfgemeinschaften zerreißen. Der erste Teil von Karin Brandauers "Verkaufte Heimat" nach dem Drehbuch von Felix Mitterer.
Doron Rabinovici hat nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 die Stimmen von Überlebenden und Opfern gesammelt: Interviews, Chats, Telefonprotokolle, letzte Worte. Daraus entstand ein „Lesedrama für 4 Stimmen“, ergänzt um einen klugen Prolog – verzweifelt, hoffnungsvoll und voller Sehnsucht nach Frieden.
Alle, die mit der U4 zur Kettenbrückengasse fahren, werden vor einem Spalt gewarnt. In Fabian Navarros Vienna Falling tut der sich plötzlich mitten am Stephansplatz auf und verschluckt Jürgen. Was folgt, ist eine absurde Reise durch Wiens Unterwelten voller Schmäh, Bürokratie und Geisterjäger. Premiere im Literaturhaus Wien, Gespräch mit Senta Wagner.
An diesem Abend liest Ingrid Puganigg aus ihrem Langgedicht Bleib – ihr eindrucksvolles literarisches Comeback nach zehn Jahren. Das Werk verbindet Trauer und Erinnerung mit poetischer Kraft und autobiografischen Momenten, ohne Larmoyanz und Pathos. Moderation: Manuela Schwärzler.
Die Umsiedler:innen stoßen in neuen Siedlungsgebieten auf Misstrauen und Ablehnung, während jene, die in Südtirol blieben, unter Repression und Krieg leiden. Der Film zeigt, wie politische Entscheidungen Existenzen zerstören und Gemeinschaften spalten. Ein Drama über Verrat, Identität und die Suche nach Heimat. Der zweite Teil von Karin Brandauers "Verkaufte Heimat" nach dem Drehbuch von Felix Mitterer.
Fatih Akin erzählt in „Amrum“ die Geschichte des zwölfjährigen Nanning, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges mit seiner Familie auf die gleichnamige Insel flieht. Obwohl seine Vorfahren dort seit Generationen leben, wird er als Außenseiter abgestempelt. Zwischen Hunger, Nazi-Propaganda und Misstrauen kämpft er um ein Stück Weißbrot mit Butter und Honig für seine Mutter.
Loveable (2024, Spielfilmdebüt von Lilja Ingolfsdottir) zeigt Maria, Mutter von vier Kindern, deren Ehe zerbricht. Im Mittelpunkt steht ihre innere Reise: alte Muster erkennen, Selbstwert neu finden. Der Film verbindet große Nähe zu den Figuren mit einer intensiven, persönlichen Erzählweise.
Diskussion zur TAGEBUCH-Ausgabe „Feindbild Trans“. Thema sind Kulturkämpfe der globalen Rechten gegen transidente Menschen, transfeindliche Gesetze und ihre Folgen in Österreich und weltweit. Es sprechen Juliana Gleeson, Kian Kaiser und Sascha Kerschhaggl. Moderation: Benjamin Opratko, Chefredakteur.
Brookln (nein, da fehlt kein "y") Dekker ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter, der heute in Großbritannien lebt. Mit dem großartigen Indie-Folk-Duo Rue Royale machte er sich einen Namen. Unter seinem Soloprojekt Dekker verbindet er reduzierte Songwriter-Qualitäten mit feinen elektronischen Elementen und einer stillen, intensiven Stimmung.
Eivør verbindet nordische Folklore mit elektronischen Klängen, treibenden Rhythmen und ihrer markanten, wandelbaren Stimme – mal sphärisch, mal kraftvoll. Ihre Musik reicht von archaisch bis poppig-experimentell. Live ist sie ein Ereignis: intensiv, hypnotisch und voller emotionaler Wucht.
Die ALBERTINA zeigt erstmals Zeichnungen der Hagengesellschaft, einer wichtigen Vorläuferin von Secession und Hagenbund. Entstanden zwischen 1880 und 1900 in Wiener Lokalen, stammen die Werke u. a. von Böhm, Engelhardt und Krämer. Die Ausstellung beleuchtet Porträts, Grotesken und Visionen der Wiener Moderne. Die Ausstellung ist dann bis 12.10. zu sehen.
Ein Film, an dem an den Tagen immer die Sonne scheint und trotzdem ist es eine düstere Geschichte. Adi, 17, erlebt im rumänischen Donaudelta einen letzten Sommer vor dem Umzug nach Bukarest. Nach einem homophoben Übergriff auf ihn outet er sich unfreiwillig, die Eltern reagieren mit Abgrenzung und religiösem Zwang. Allein seine beste Freundin hält zu ihm. Ein intensives Drama über Freiheit und Selbstbestimmung. Regie: Emanuel Pârvu. Offizieller Kinostart ist am FR 3.9.
Unter dem Stichwort „Abgelehnt“ werden zwei Werke literarischer Unbeugsamkeit vorgestellt: Bulgakows Der Meister und Margarita, einst zensiert und als Samisdat Kult, und Lavants Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus, ein schonungsvoller Blick auf die Psychiatrie im Nationalsozialismus. Gespräch und Kurzlesungen mit Lydia Mischkulnig, Brigitte Schwens-Harrant und Christa Zöchling.
Volker Depkat, Amerikanist an der Uni Regensburg, zählt zu den profiliertesten Kennern der US-Geschichte und Gegenwart. In Podcasts und Texten analysiert er Exzeptionalismus, Nationalismus und Trumpismus sowie das europäische Amerikabild. Mit Cathrin Kahlweit spricht er über transatlantische Beziehungen und autoritäre Tendenzen in Washington.
Ein "Lets talk about script"-Abend des Drehbuchforums Wien, an dem es nach dem Film ein Gespräch mit Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Luise Lehner gibt, moderiert von Mirjam Unger. (Eine Anmeldung ist erwünscht, aber das Drehbuchforum hat noch nicht verraten, in welcher Form.)Der Film begleitet die 12-jährige Anna, die mit ihrer gehörlosen Mutter in Wien lebt. Beim Wechsel ins Gymnasium im ersten Bezirk spürt sie die Klassenunterschiede, Scham und Sehnsucht nach Zugehörigkeit, eine sensible Coming-of-Age Geschichte über Identität und Anderssein. Ein wunderbar ruhiger Film mit viel Lokalkolorit.
Von Wegen Lisbeth aus Berlin verbinden Indie-Pop mit verspielten Texten, Alltagsbeobachtungen und ironischem Humor. Mit Gitarre, Synths und ungewöhnlichen Instrumenten schaffen sie einen eigenständigen Sound, der zwischen Leichtigkeit und Melancholie pendelt. Entgegen der Info auf der Arenaseite sind beide Konzerte ausverkauft, aber wie so oft gibt es vor Ort noch Karten zu ergattern.
Sophia Kennedy, in Baltimore geboren und in Hamburg lebend, verbindet in ihrer Musik Pop, Jazz und experimentelle Elektronik. Ihre Songs wirken zugleich verspielt und düster, getragen von markanter Stimme und ungewöhnlichen Arrangements. Sie gilt als eine der spannendsten Stimmen der deutschen Indie-Szene.
The Stringer des Regisseurs Bao Nguyen ist eine investigativ-dokumentarische Spurensuche um das berühmte Vietnam-Kriegsfoto „Napalm Girl“. Das Team hinter dem Film erhebt den Anspruch, der echte Fotograf sei nicht der bislang anerkannte Nick Ut, sondern der vietnamesische Stringer (freier Pressefotograf) Nguyễn Thành Nghệ gewesen.
Karolina Heidinger, Gewinnerin des Susanna-Roth-Übersetzungswettbewerbs 2025, stellt im Rahmen der EUNIC-Literaturtage ihre prämierte Übersetzung von Kristina Hamplovás Debütroman Lover/Fighter vor. Im Gespräch mit Theresa Clauberg geht es ums Übersetzen aus dem Tschechischen. Moderiert wird der Abend von Jelena Semjonowa-Herzog.
Der Roman Halbe Leben von Susanne Gregor erzählt eine spannende, vielschichtige Geschichte aus der Mitte der Gesellschaft. Mit psychologischer Schärfe und schwarzem Humor zeigt sie Abgründe von Wohlstand und Care-Arbeit. Milena Mönch bringt den Stoff als ihr Österreich-Debüt auf die Bühne. Die Volkstheater-Produktion ist als Wandertheater in den Wiener Bezirken unterwegs.
Junge Forschende erzählen locker, spannend und kurzweilig von ihren Projekten, ihrem Arbeitsalltag und ihren Visionen. Zusätzlich bringt Organisator und Moderator Bernhard Weingartner für den “Science Slam Spezial” ein paar verblüffende Show-Experimente mit in seine Heimatstadt!
Jean Epsteins La Chute de la maison Usher (1928) ist eine avantgardistische Stummfilmadaption nach Edgar Allan Poe. In poetisch-surrealen Bildern zeigt sie den Verfall des Hauses Usher und die seelische Zerrüttung seines Bewohners, ein Meisterwerk des filmischen Symbolismus. Das Drehbuch entstand unter Mitarbeit von Luis Buñuel, der sich im Laufe des Projekts mit Epstein in die Haare geriet.
Farewell Dear Ghost ist eine Indie-Band aus Österreich. Gegründet 2013, spielen sie zwischen melancholischem Pop und kraftvollen Gitarren. Im Zentrum steht die Stimme von Philipp Szalay. Auf der Bühne wirkt die Band konzentriert und direkt, ohne große Gesten, dafür mit eindringlicher Atmosphäre.
"Girls & Gods" (Regie: Arash T. Riahi & Verena Soltiz) begleitet die ukrainische FEMEN-Aktivistin Inna Shevchenko auf einer Reise um die Welt. In Gesprächen mit Frauen, Theolog:innen, Aktivist:innen und Gläubigen erkundet sie, ob und wie sich Religion und Feminismus miteinander versöhnen lassen.
Ab den 1920er-Jahren entwickelte Otto Neurath mit seinem Team die Wiener Methode der Bildstatistik: Piktogramme, die soziale und ökonomische Zusammenhänge für alle verständlich machen sollten. Im Exil entstand daraus das Isotype-System – eine Bildsprache zur Demokratisierung von Wissen. Günther Sandner im Gespräch mit Anita Eichinger, Direktorin der Wienbibliothek im Rathaus.
Die Gesellschaftsromane von Michael Kleeberg (Dämmerung) und Christian Haller (Das Institut) setzen Doderers Diktum um: Figuren verkörpern Geschichte. Kleeberg begleitet Charly Renn ins Alter, Haller zeigt mit Thyl Osterholz und Lavetz den Wandel zur neoliberalen Ordnung. Moderation: Jan Koneffke.
Paolo Rumiz, Triestiner Autor und Reisender, verbindet Reportage, Geschichte und Mythologie zu einer besonderen Form der Reiseliteratur. In Eine Stimme aus der Tiefe erkundet er Italiens seismisch aktive Regionen. Im Gespräch mit Florian Baranyi teilt er seine Eindrücke und Erkenntnisse. Übersetzung: Lorena Pircher.
Igor Levit spielt im Großen Musikvereinssaal mit Yamen Saadi und Julia Hagen ein Programm zum Thema Erinnerung: Schostakowitschs Zweites Klaviertrio, gewidmet Iwan Sollertinski, und Rachmaninows Zweites Klaviertrio, eine Hommage an Tschaikowskij und dessen Widmung an Nikolai Rubinstein.
Ilse Aichingers Hörspiel Knöpfe erzählt von einer Frau in einer Knopffabrik, in der hinter Alltäglichem ein bedrohliches Geräusch lauert. Als Kollegin Jean verschwindet und Knöpfe dann ihren Namen tragen, wächst ein leiser Verdacht. Ein beklemmendes Stück über Arbeit, Angst und Auslöschung. Sowohl Ensemble, als auch das Bühnenbild ist großartig. Regie: Bérénice Hebenstreit.
Für Menschen, die leise, stimmungsvolle Musik schätzen und lieber zuhören als mitklatschen. Wer sich für fein gearbeiteten Indie-Folk interessiert, wird bei Plàsi fündig, ein Konzert für jene, die Melancholie nicht scheuen. Wahrscheinlich wird auch sein wundervoller Song „Vienna“ zu hören sein.
Mit der Ausstellung „Stories Matter“ beleuchtet Maha Malluh die enge Verbindung von Erinnerung und Identität in der saudi-arabischen Kultur. Ihre Arbeiten stellen Fragen nach Bedeutung von Geschichte und Kultur und spiegeln die tiefgreifenden Veränderungen durch Globalisierung mit Alltagsobjekten wider. Die Ausstellung ist bis 23.10. zu sehen.
Dieser frühe Film von Roberto Rossellini gilt als Schlüsselwerk des italienischen Neorealismus. Im Mittelpunkt steht die schwangere Pina (Anna Magnani), die im besetzten Rom für ihren Verlobten im Widerstand kämpft, ein Sinnbild für Mut und Menschlichkeit im Krieg. OmeU
Ein berühmter, egozentrischer Regisseur kehrt zurück und will in seinem alten Familienhaus drehen. Dort prallen Vergangenheit und Kunst aufeinander, besonders in der schwierigen Beziehung zu seinen Töchtern. "Affeksjonsverdi" von Joachim Trier erzählt als vielschichtiges Familiendrama von Erinnerung, Macht und künstlerischer Heilung. Der Film war der Preisträger der Goldenen Palme 2025.
In „Mother’s Baby“ von Johanna Moder bekommt die erfolgreiche Dirigentin Julia nach einer künstlichen Befruchtung endlich ein Kind – doch das Neugeborene wird ihr direkt nach der Geburt weggenommen. Als sie es zurückbekommt, fühlt sie sich entfremdet und zweifelt zunehmend daran, ob das Baby wirklich ihres ist. Der Film entfaltet eine beklemmende Atmosphäre zwischen Mutterschaftsangst, psychischem Verfall und subtiler Suspense.
These New Puritans sind eine britische Band der Zwillingsbrüder Jack (Gesang, Komposition) und George Barnett (Schlagzeug). Bekannt für ihren experimentellen Stil zwischen Post-Punk, Electronica, Klassik und Avantgarde, verbinden sie harte Rhythmen, sakrale Klänge und unkonventionelle Strukturen zu visionärer Musik. These New Puritans - A Season in Hell
„Jane“ (Regie: Brett Morgen) erzählt von Jane Goodalls frühen Jahren in Tansania. Die Doku zeigt, wie sie Schimpansen ohne Distanz und Waffen beobachtete, ein damals unkonventioneller Zugang, der neue Erkenntnisse brachte und das Verhältnis zwischen Mensch und Schimpansen neu denken ließ.
In der „Revue der Entpörung“ fragen sich Künstler:innen, wie angesichts von Cancel Culture, Empörung und Kulturkampf noch „anständig“ geschrieben werden kann. Mit Reden, Lesungen und Performances laden sie zum Austausch ein. Moderation: Pia Hierzegger, Musik: Anna Widauer & Lukas Meschik. Eine Anmeldung ist erforderlich: karten@schauspielhaus.at
David Attenborough zeigt in eindrucksvollen Bildern Korallenriffe, Seetangwälder und das offene Meer. Sein Film verdeutlicht, wie lebenswichtig gesunde Ozeane sind, macht aber auch ihre Bedrohung sichtbar. Zugleich vermittelt er Hoffnung: Die Meere können sich erholen und neues Leben hervorbringen.Die Aufführung ist ausgebucht. Das Filmhaus ist am 27.10. ab 17:30 geöffnet, es gibt Wartenummern für eventuelle Restkarten.
Burgschauspieler Markus Meyer, einer der markantesten Sprecher seiner Generation, spricht über die Kunst des Vorlesens, den Klang von Sprache und seine Arbeit für Ö1. Mit Hörbeispielen aus zwei Jahrzehnten. Gespräch und Moderation: Andreas Jungwirth.
Asylverfahren trifft Videospielthematik und -ästhetik: Mehdi Moradpours Stück denkt groß, verliert sich aber teils in Konzepten. Die politische Dringlichkeit bleibt verhalten, die Figuren wirken in ihren Monologen manchmal blass. Doch mit Videoeinsätzen und Livemusik bietet die Inszenierung von Marie Bues ein interessantes Theaterereignis.
István Virágvölgyi, Jurymitglied der World Press Photo 2022, führt durch die aktuelle Ausstellung und gibt Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen: Wie wählt die Jury aus über 60.000 Bildern aus? Der Fotograf und Kurator leitet das Robert Capa Center in Budapest. our
Die Komponistin und Klangkünstlerin Rojin Sharafi verwandelt im Konzert Electric Strauss – Strauss Remixed & Reloaded klassische Walzer in elektronische Klanglandschaften. Zwischen iranischer Volksmusik, Metal und Elektronik entsteht ein west-östlicher Dialog über Melodie und Experiment. Moderiert wird der Abend von Thomas Mießgang.
Die Pianisten Pablo V. Marquine und Diogo Monzo zeichnen eine Geschichte der modernen brasilianischen Klaviermusik nach. Werke von Gonzaga, Gismonti, Pascoal u. a. zeigen, wie sich populäre und europäische Einflüsse zu einem eigenständigen, lebendigen Klangbild verbinden.
Die Autorin Jegana Dschabbarowa erzählt in ihrem Debüt Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt vom Aufwachsen in einer streng patriarchalen aserbaidschanischen Gemeinschaft in Russland. Krankheit, Körper und Sprache werden zu Wegen der Befreiung. Lesung und Gespräch mit Jelena Semjonowa-Herzog und Olga Grjasnowa.
Das Projekt „Gesellschaft & Wirtschaft. Zeitgenössische Positionen zu Otto Neurath.“ widmet sich Otto Neuraths visionärem Arbeiter:innen-Museum und seiner Idee einer Bildsprache für alle. Kuratorin Jelena Micić verbindet historische Bezüge mit zeitgenössischer Kunst, die soziale, ökologische und politische Fragen unserer Gegenwart verhandelt.
Ángela ist gehörlos und erwartet mit ihrem hörenden Partner ein Kind. Sorda erzählt von Nähe und Missverständnissen, von Sprache, die über Worte hinausgeht. Eva Libertad zeigt ein erzählerisches Feingespür für Ángelas Welt. Großartig ist der letzte Teil des Films, in dem das Publikum eine Ahnung von der akustischen Wahrnehmung der Protagonistin erhält. Empfehlung!
Unter dem Titel Monarchie-Morde liest Stefan Franke historische Zeitungsberichte über Wiener Kriminalfälle aus der Kaiserzeit: von Raubmorden bis zu spektakulären Prozessen. Begleitet wird die Lesung musikalisch von Katharina Litschauer.
2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal, der Staatsvertrag zum 70. Mal und der EU-Beitritt zum 30. Mal. Die Österreichische Nationalbibliothek zeigt dazu eine „Jahrhundertschau“ mit ikonischen Fotos zur Geschichte Österreichs. Die Ausstellung ist bis 2.11. zu sehen.
Die Kunsthalle Wien zeigt erstmals eine Einzelausstellung von Ibrahim Mahama in Österreich. Skulpturen, Fotos und Videos thematisieren koloniale und industrielle Strukturen Ghanas – mit Fokus auf Transport, Last und die Spuren der Geschichte im materiellen Erbe.
Im Rahmen von Foto Wien zeigt Marie Tomanova im Tschechischen Zentrum ihre Serie First Roll, Kate and Odie. Verbundene Aufnahmen formen die vielschichtige Erinnerung an einen Nachmittag 2017, in dem einzelne Bilder zu einer atmosphärischen Sequenz verschmelzen. Die Ausstellung ist bis 2.11. zu sehen.
„Monk in Pieces“ von Billy Shebar und David C. Roberts porträtiert Meredith Monk, Pionierin der Musik- und Performancekunst, deren Einfluss lange unterschätzt wurde. Mit Musik, Interviews (u. a. Björk, David Byrne) und Rückblicken zeigt der Film ihren künstlerischen Weg sowie ihr bleibendes Vermächtnis.