Cathrin Kahlweit im Gespräch mit dem slowakischen Journalisten Michal Hvorecky, der sich gegen Robert Ficos autoritäres Regime zur Wehr setzt. Wegen Kritik an der Kulturministerin drohen ihm fünf Jahre Haft. Sein Buch "Dissident" verbindet Erinnerungen an 1989 mit einem Plädoyer für Widerstand.
Bastian Schneiders "Umschreibung" folgt einem Detektiv auf der Suche nach einem verschollenen Kafka-Text bis nach Argentinien. Thomas Raabs "Jedermanns Dämon" erzählt von einem Werbetexter, der vor einer Seuche in ein Schloss flieht. Beide Romane spielen mit Fiktion, Identität und Genre. Moderation: Johannes Tröndle.
Der Dokumentarfilm von Richard Ladkani begleitet die indigene Anführerin Juma Xipaia bei ihrem Widerstand gegen die Zerstörung des Amazonas-Gebiets durch Goldminen. Er zeigt ihren Weg in die Politik und den Schutz ihres Territoriums. Ein Porträt über den Erhalt von Lebensraum und die Kämpfe indigener Völker. Nach dem Film gibt es ein Gespräch mit Richard und Anita Ladkani.
Ein Theaterabend über Nelly Sachs: Flucht vor den Nazis, Exil in Schweden und eine von Schmerz und Sprachsuche geprägte Lyrik. Regisseurin Ingrid Lang entwickelt im Nestroyhof eine karge Inszenierung aus Tanz, Musik und Zitaten über Heimatlosigkeit, Erinnerung und poetischen Widerstand.
Der Aktivismus von Frauen für den Nationalsozialismus wird bis heute oft verschwiegen. Ausgehend vom Nachlass der Tirolerin Paula Lang (1906–1991) beleuchtet die Historikerin Heidrun Zettelbauer in einem Impulsvortrag Motive und Handlungsräume von Frauen in deutschnational-völkischen Kontexten. Mit anschließender Diskussion.
In Markus Schleinzers "Rose" gibt sich eine Frau (Sandra Hüller) nach zehn Jahren als Soldat erneut als Mann aus und baut einen verfallenen Hof wieder auf. Um weiteres Land zu erwerben, muss sie heiraten. Als ihre wahre Identität aufliegt, folgt ein hartes Urteil. Ein eindringlicher Schwarzweißfilm (mit grandiosen Aufnahmen) über Geschlechterverhältnisse und patriarchale Gewalt. Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch (via Zoom) mit Sandra Hüller. Auch am Mittwoch und Donnerstag.
Kreisky verbindet klare Sprache mit kantigem Sound. Die Band arbeitet mit Wiederholungen, direkter Beobachtung und lakonischem Witz. Ihre Stücke wirken wie zugespitzte Kommentare zum Alltag, getragen von einer rauen, präzisen Energie, die ohne Pathos auskommt. Sie sind wieder da, mit mehr dB und unterwegs in Österreich. Das Konzert ist ausverkauft, es gibt jedoch einen Live-Stream auf ORFIII.
Das Wiener Rathaus feiert seinen Architekten Friedrich von Schmidt mit einer Ausstellung der Wienbibliothek. Gezeigt werden Entwürfe, Modelle, historische Objekte und Plakate. Auch die originalen Bibliotheksräume von 1886 öffnen sich und präsentieren 140 Jahre Rathausgeschichte. Zu sehen bis 30.4.
Nach ihrem gefeierten Debüt legt Felicitas Prokopetz ihren zweiten Roman vor. Die Biologin Viktoria erforscht Raben und verliebt sich in einen jüngeren Mann. Als ein handaufgezogener Rabe ihr etwas mitzuteilen scheint, gerät sie in einen Konflikt, der ihre langjährige Freundschaft mit Helene gefährdet. Gespräch mit Sirka Elspaß.
Tomer Gardis "Liefern" erzählt von der prekären Lage von Essenslieferant:innen zwischen Eritrea, Berlin, Tel Aviv und Istanbul. Mercedes Spannagels "Crashtest Dummies" folgt einer Ingenieurin in der Automobilindustrie, die unter neoliberalem Leistungsdruck in eine Konkurrenzsituation gedrängt wird. In beiden Romanen spielt die Arbeitswelt also eine wichtige Rolle.
Im Rahmen des Ö1 Jazztags treffen zwei Acts im Treibhaus Innsbruck aufeinander, die mit Jazz im engeren Sinn nur am Rand zu tun haben: Manu Delago & Max ZT mit stiloffener Kammermusik zwischen Handpan und Hackbrett sowie Yasmo & die Klangkantine mit kraftvollem Rap und frechen Texten. Live ab 19:30 dort, aber auch auf OE1 (https://oe1.orf.at/jazztag).
Zum dritten Mal verwandelt das Strafiato Festival Innsbruck in eine Bühne für urbane Blasmusik. Acht Streetbands mit über 200 Musiker:innen aus Italien, Frankreich, Belgien und Deutschland bespielen vom 1. bis 3. Mai den öffentlichen Raum. Kostenlos, laut und jenseits vom Mainstream. Eine Liebeserklärung an Leben und Demokratie. Michael Neuhauser hat in den OE1-Spielräumen eine Sendung über das "Streetnoise Orchestra" gestaltet: Fröhlich, laut und ohne Gleichschritt
Das Pratermuseum öffnet an diesem Wochenende nicht nur die Türen, sondern wartet auch mit unzähligen Führungen und Veranstaltungen auf. Diese reichen von Führungen zur Geschichte des Praters oder wie der Prater sich in die Kulturgeschichte Wiens (Literatur, Film und Musik) eingeschrieben hat. Ein wahrlich abwechslungsreiches Programm & das alles bei freiem Eintritt!
Comiczeichner, Monty-Python-Mitglied, Opernregisseur und Filmemacher: Terry Gilliam hat Hollywood stets den Rücken gekehrt und dabei Kultwerke wie Brazil oder Fear and Loathing in Las Vegas geschaffen. Eine Doku über einen Regisseur, der Konventionen nicht bricht, sondern sie gar nicht erst wahrnimmt. In der arte.tv Mediathek bis 2.5.2026
Grace (Nicole Kidman) ist auf der Flucht und kommt in ein abgelegenes amerikanisches Bergdorf und wird zunächst aufgenommen. Doch die Bewohner nutzen ihre Abhängigkeit zunehmend aus. Lars von Trier inszeniert auf nahezu leerer Bühne mit aufgemalten Grundrissen ein minimalistisches Drama darüber, wie schnell Hilfsbereitschaft in Ausbeutung umschlagen kann.
Pedro Almodóvars grelle Großstadtkomödie wirbelt durch ein Madrid voller Telefonkabel, Affären und Missverständnisse. Während Pepa verstehen will, warum ihr Liebhaber Iván sie verlassen hat, kippt jede Begegnung ins Chaos. Tempo, Witz und Melancholie machen den Film zum Klassiker.
Briefe politischer Gefangener aus Russland, gelesen und musikalisch begleitet: Artem Karmadin und Egor Shtovba schreiben aus der Isolation über das Menschliche, Zarte und Widerständige. Schreiben als Überlebensakt und gegenseitige Fürsorge. Mit Musik von Iraida Yusupova entsteht ein Resonanzraum über Solidarität und Verbundenheit.
Ab 1941 saßen 15 Widerstandskämpferinnen im Bezirksgefängnis Leopoldstadt ein, darunter die Architektin Margarethe Schütte-Lihotzky. Ihre Gedächtnisskizze des Stockwerkgrundrisses wird am Boden des Ausstellungsraums mit Klebestreifen nachgezeichnet. Auf der Hoffläche zeigt die Ausstellung, wie die Inhaftierten kommunizierten und einander begegneten.
Sabine Lidl porträtiert die Schriftstellerin Siri Hustvedt von ihrem Aufbruch aus Minnesota nach New York bis zur intellektuellen Größe. Der Film verwebt literarische Entwicklung, feministische Haltung und die Liebesgeschichte mit Paul Auster. Vier Jahre Drehzeit dokumentieren auch Austers Krebserkrankung und Tod. Mit Animationen, Archivmaterial und intimen Einblicken in Hustvedts kreatives Schaffen.
Der französische Autor Olivier Guez verwebt in seinem Buch "Die Welt in ihren Händen. Die Abenteuer der Gertrude Bell in Mesopotamien" die Lebensgeschichte von Gertrude Bell mit den Ereignissen im Nahen Osten nach dem Ersten Weltkrieg. Archäologin, Abenteurerin, Agentin des Britischen Empire: Bell war mit Lawrence von Arabien seelenverwandt, Vertraute von Winston Churchill und die einzige Frau unter den mächtigen Männern Mesopotamiens. Moderation: Julia Kospach.
The Franklin Electric ist ein Indie-Folk-Projekt aus Montreal, das vom Singer-Songwriter und Produzenten Jon Matte geleitet wird. Das Projekt, das sich aus einem Kollektiv von Freunden und Musikern entwickelt hat, zieht heute mit seinem intimen und gefühlvollen Sound das Publikum in seinen Bann. The Franklin Electric - Choices
Der US-Militärpsychiater Douglas Kelley soll die Naziführer vor den Nürnberger Prozessen begutachten. In stundenlangen Interviews entwickelt sich zwischen ihm und Hermann Göring ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel: Kelley will das Böse erforschen, Göring sucht seine letzte Bühne. Regisseur James Vanderbilt inszeniert mit Russell Crowe und Rami Malek in den Hauptrollen.
Apps und Algorithmen nehmen uns das Denken ab, aber zu welchem Preis? Barbara Bleisch, Konrad Paul Liessmann und Lisz Hirn diskutieren über kritischen Geist, intellektuelle Abenteuerlust und die Frage, was aus den Ideen der Aufklärung geworden ist. Zugleich ein Ausblick auf das Philosophicum Lech 2026, dessen Motto "Betreutes Denken" lautet.
Den Setagayapark hat es vor hundert Jahren noch nicht gegeben, aber Stefan Franke lädt zu einer unterhaltsamen Zeitreise durch andere Wiener Parks ein: Was Zeitungsarchive über Parkwächter, zwielichtige Gestalten in der Dämmerung, Liebespärchen in Seufzeralleen und andere Parkbesucher verraten. Am Klavier wird die Lesung von Katharina Litschauer mit charmanten Melodien begleitet.
Das Journalismusfest Innsbruck 2026 findet vom 8. bis 10. Mai statt. Über 160 Gäste aus 21 Ländern gestalten rund 70 Veranstaltungen an 23 Orten in der Innenstadt. Das Programm umfasst Diskussionen, Lesungen, Ausstellungen, Filme und Audioformate zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Themen. Der Eintritt ist größtenteils frei. Weitere Informationen unter www.journalismusfest.org.
Das neapolitanische Ensemble "Teatri 35" erweckt Caravaggios Gemälde zu lebenden Bildern, dazu spielt "La Venexiana" Werke von Monteverdi, Schütz und d'India. Das Konzertmotto "Pur ti miro" verweist auf das Schlussduett aus Monteverdis "Poppea". Bildende Kunst trifft auf Barockmusik: zu sehen und zu hören am Hefeboden der Ottakringer Brauerei.
Ein geheimnisvolles Wesen findet eine menschenleere Welt vor und untersucht die Ursachen des Aussterbens anhand alter Tonaufnahmen. Susanne Brandstätters dystopischer Dokumentarfilm verbindet Interviews mit Klimaforschern und Ernährungsexperten zu einem SF-Thriller über Lebensmittelpolitik, Monopole und Demokratieverfall. Nach dem Film findet ein Gespräch mit der Regisseurin statt.
Das FOTO ARSENAL WIEN zeigt Arbeiten von Daido Moriyama, einem Pionier der Street Photography. Die internationale Wanderausstellung dokumentiert mit kontrastreichen Aufnahmen den Wandel Japans seit den 1960ern. Die Schau entstand in Kooperation mit dem Instituto Moreira Salles aus São Paulo.
Quentin Tarantinos "Kill Bill" war ursprünglich als ein einziger Film gedacht. Erst im Schneideraum wurde klar, dass das Racheepos aus allen Nähten platzt. Das Ergebnis erschien dann auf Verlangen von Miramax in zwei Teilen, die im Abstand von einem halben Jahr in die Kinos kamen. Nach fast 20 Jahren ist der Film nun vollständig zu sehen, mit einigen zusätzlichen Passagen. Im Gartenbaukino ist die 70mm Version mit einer Laufzeit von 253 Minuten zu sehen.
In Dimitré Dinevs Roman „Zeit der Mutigen“ (Österreichischer Buchpreis 2025) wird die Donau zum Schauplatz bewegender Lebensgeschichten. Er erzählt direkt und mit trockenem Humor von Menschen, die sich durch die harten Zeiten des 20. Jahrhunderts kämpfen mussten. Gemeinsam mit Moderator Manfred Müller geht er der Frage nach, wie man sich trotz aller Grausamkeit seinen Anstand und Mut bewahrt.
Die Great Lake Swimmers aus Toronto veröffentlichen mit "Caught Light" ihr neuntes Album. Die Songs verbinden Folk, Pop und Rock mit dem Geist der 70er Jahre. Akustische Instrumente wie Pedal Steel und Mandoline prägen den warmen Klang. Die Aufnahmen wirken direkt und spiegeln eine neue musikalische Leichtigkeit wider.
70 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt, doch der Meeresgrund ist weniger erforscht als der Mond. Die Ausstellung zeigt historische Unterwasseraufnahmen von Hans & Lotte Hass und Jean Painlevé, die Mitte des 20. Jahrhunderts das Publikum faszinierten, neben zeitgenössischen Positionen. Zwischen wissenschaftlichem Interesse und Sehnsucht, ökologischer Verantwortung und neuen Bildwelten.
Ein fataler Autounfall in Mexiko-Stadt verknüpft drei Leben: Octavio nutzt illegale Hundekämpfe für eine Flucht mit seiner Schwägerin. Das Model Valeria verliert durch das Unglück ein Bein und damit ihre Karriere, während der zum Killer gewordene Ex-Guerillero El Chivo nach Erlösung sucht. Ein rohes, wuchtiges Drama über Liebe und Schicksal. Das großartige Regiedebüt von Alejandro G. Iñárritu.
Ist der Holocaust Geschichte oder Erinnerung? Timothy Snyder zeigt, wie individuelle Erfahrungen Wege zu umfassenderen Argumenten über die Ursachen des Massenmordes an Europas Juden eröffnen. Der Historiker diskutiert mit Stephen Naron, Direktor des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, über Zeugenaussagen und Archivsammlungen. In englischer Sprache.
Schweiz 1971: Die Hausfrau Nora aus einem kleinen Dorf beginnt sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, obwohl ihr Mann und das Dorf wenig von Emanzipation halten. Als die Männer über das Wahlrecht der Frauen abstimmen sollen, kämpft Nora für Gleichberechtigung. Petra Volpe erzählt mit Humor und Ernsthaftigkeit von den späten Frauenrechten in der Schweiz und der sexuellen Revolution. Auf Einladung der AK bei freiem Eintritt
Der Film von Sally Potter erzählt die zeitlose Reise eines Adligen (Tilda Swinton), der über 400 Jahre hinweg lebt und dabei Geschlecht, Identität und Gesellschaftsrollen wechselt, basierend auf Virginia Woolfs Roman, der lange Zeit für nicht verfilmbar galt.
Honoré Daumier hält mit spitzer Feder und unbestechlichem Humor dem Frankreich des 19. Jahrhunderts den Spiegel vor, zeitlos aktuell. Die ALBERTINA zeigt Lithografien, Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen des scharfsinnigen Kritikers von Machtmissbrauch und Alltagsleben, ergänzt durch einen Animationsfilm mit Musik von Paul und Linda McCartney.
Rund 20.000 Menschen aus Lateinamerika und der Karibik leben in Wien. Die Ausstellung zeigt ihre Migrationserfahrungen seit 1945, gesammelt in einem EU-geförderten Projekt. Menschen aus etwa 20 Ländern teilten ihre Geschichten durch Interviews, Fotos und Textilarbeiten. Ein vielstimmiges Archiv über Leben zwischen Welten und Neuanfang. Die Ausstellung ist bis 31.5. zu sehen.