David Attenborough zeigt in eindrucksvollen Bildern Korallenriffe, Seetangwälder und das offene Meer. Sein Film verdeutlicht, wie lebenswichtig gesunde Ozeane sind, macht aber auch ihre Bedrohung sichtbar. Zugleich vermittelt er Hoffnung: Die Meere können sich erholen und neues Leben hervorbringen.Die Aufführung ist ausgebucht. Das Filmhaus ist am 27.10. ab 17:30 geöffnet, es gibt Wartenummern für eventuelle Restkarten.
New York 1943. Am Abend der erfolgreichen Oklahoma!-Premiere driftet Texter Lorenz Hart (Ethan Hawke) durch Bars. Er blickt auf die Jahre mit seinem früheren Partner Richard Rodgers zurück, verbittert und alkoholisiert. Richard Linklater verdichtet diese Nacht des brillanten, verlorenen Lyrikers zum leisen, dialogreichen Kammerspiel.
Burgschauspieler Markus Meyer, einer der markantesten Sprecher seiner Generation, spricht über die Kunst des Vorlesens, den Klang von Sprache und seine Arbeit für Ö1. Mit Hörbeispielen aus zwei Jahrzehnten. Gespräch und Moderation: Andreas Jungwirth.
Asylverfahren trifft Videospielthematik und -ästhetik: Mehdi Moradpours Stück denkt groß, verliert sich aber teils in Konzepten. Die politische Dringlichkeit bleibt verhalten, die Figuren wirken in ihren Monologen manchmal blass. Doch mit Videoeinsätzen und Livemusik bietet die Inszenierung von Marie Bues ein interessantes Theaterereignis.
István Virágvölgyi, Jurymitglied der World Press Photo 2022, führt durch die aktuelle Ausstellung und gibt Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen: Wie wählt die Jury aus über 60.000 Bildern aus? Der Fotograf und Kurator leitet das Robert Capa Center in Budapest. our
Die Komponistin und Klangkünstlerin Rojin Sharafi verwandelt im Konzert Electric Strauss – Strauss Remixed & Reloaded klassische Walzer in elektronische Klanglandschaften. Zwischen iranischer Volksmusik, Metal und Elektronik entsteht ein west-östlicher Dialog über Melodie und Experiment. Moderiert wird der Abend von Thomas Mießgang.
Die Pianisten Pablo V. Marquine und Diogo Monzo zeichnen eine Geschichte der modernen brasilianischen Klaviermusik nach. Werke von Gonzaga, Gismonti, Pascoal u. a. zeigen, wie sich populäre und europäische Einflüsse zu einem eigenständigen, lebendigen Klangbild verbinden.
Die Autorin Jegana Dschabbarowa erzählt in ihrem Debüt Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt vom Aufwachsen in einer streng patriarchalen aserbaidschanischen Gemeinschaft in Russland. Krankheit, Körper und Sprache werden zu Wegen der Befreiung. Lesung und Gespräch mit Jelena Semjonowa-Herzog und Olga Grjasnowa.
Das Projekt „Gesellschaft & Wirtschaft. Zeitgenössische Positionen zu Otto Neurath.“ widmet sich Otto Neuraths visionärem Arbeiter:innen-Museum und seiner Idee einer Bildsprache für alle. Kuratorin Jelena Micić verbindet historische Bezüge mit zeitgenössischer Kunst, die soziale, ökologische und politische Fragen unserer Gegenwart verhandelt.
Ángela ist gehörlos und erwartet mit ihrem hörenden Partner ein Kind. Sorda erzählt von Nähe und Missverständnissen, von Sprache, die über Worte hinausgeht. Eva Libertad zeigt ein erzählerisches Feingespür für Ángelas Welt. Großartig ist der letzte Teil des Films, in dem das Publikum eine Ahnung von der akustischen Wahrnehmung der Protagonistin erhält. Empfehlung!
Unter dem Titel Monarchie-Morde liest Stefan Franke historische Zeitungsberichte über Wiener Kriminalfälle aus der Kaiserzeit: von Raubmorden bis zu spektakulären Prozessen. Begleitet wird die Lesung musikalisch von Katharina Litschauer.
2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal, der Staatsvertrag zum 70. Mal und der EU-Beitritt zum 30. Mal. Die Österreichische Nationalbibliothek zeigt dazu eine „Jahrhundertschau“ mit ikonischen Fotos zur Geschichte Österreichs. Die Ausstellung ist bis 2.11. zu sehen.
Die Kunsthalle Wien zeigt erstmals eine Einzelausstellung von Ibrahim Mahama in Österreich. Skulpturen, Fotos und Videos thematisieren koloniale und industrielle Strukturen Ghanas – mit Fokus auf Transport, Last und die Spuren der Geschichte im materiellen Erbe.
Im Rahmen von Foto Wien zeigt Marie Tomanova im Tschechischen Zentrum ihre Serie First Roll, Kate and Odie. Verbundene Aufnahmen formen die vielschichtige Erinnerung an einen Nachmittag 2017, in dem einzelne Bilder zu einer atmosphärischen Sequenz verschmelzen. Die Ausstellung ist bis 2.11. zu sehen.
„Monk in Pieces“ von Billy Shebar und David C. Roberts porträtiert Meredith Monk, Pionierin der Musik- und Performancekunst, deren Einfluss lange unterschätzt wurde. Mit Musik, Interviews (u. a. Björk, David Byrne) und Rückblicken zeigt der Film ihren künstlerischen Weg sowie ihr bleibendes Vermächtnis.
Fast vier Jahre Krieg, globale Herausforderungen, eine EU im Spannungsfeld zwischen Einigkeit und Machtverlust: Im Kreisky Forum spricht Außenministerin Meinl-Reisinger mit Cathrin Kahlweit und Raimund Löw über Österreichs Rolle zwischen Neutralität, Vermittlung und europäischer Verantwortung.
Gertraud Klemm präsentiert ihre Streitschrift Abschied vom Phallozän (Matthes & Seitz Berlin) – ein leidenschaftlicher Essay über das Ende patriarchaler Strukturen und mögliche matriarchale Alternativen. Gespräch mit Elisabeth von Samsonow, Moderation: Stefan Maurer.
Blood Simple ist der erste Langfilm von Joel und Ethan Coen: ein düsterer Neo-Noir über Eifersucht, Verrat und tödliche Missverständnisse. Irgendwo in Texas gerät ein einfacher Mordauftrag außer Kontrolle, bis keiner mehr weiß, wer Opfer und wer Täter ist. Stilistisch präzise, lakonisch erzählt und bereits mit jenem schwarzen Humor, der später zum Markenzeichen der Coens wurde.
In „Im Tal der Bärin“ von Clara Arnaud zieht die Ethologin Alma in die Pyrenäen, um dort eine wieder angesiedelte Bärin zu beobachten. Gleichzeitig kämpft Schäfer Gaspard mit der Rückkehr der Wildnis in seinem Dorf. Ein stiller Roman über das Spannungsfeld von Mensch, Natur und wildem Leben. Am FR 7.11. um 19:00 ist Clara Arnaud im Literaturhaus am Inn zu Gast.
„Österreichischer Filmpreis on tour 2025“ bringt vier prämierte österreichische Produktionen in Programmkinos aller Bundesländer. Es ist eine Initiative der Akademie des Österreichischen Films, um ausgezeichnetes österreichisches Kino einem breiten Publikum zugänglich zu machen und die Möglichkeit zu bieten, diese Filme nochmals in den Kinos zu sehen. Der Kulturfiltertipp lautet "The Village next to Paradise", ein 42C-Film.
Um 1900 suchten Künstler:innen und Intellektuelle nach einem naturverbundenen, geistigen Gegenentwurf zur industrialisierten Welt. Theosophie, Spiritismus und Esoterik prägten Kunst und Denken von Diefenbach bis Schiele. Die Schau Verborgene Moderne beleuchtet diese Suche nach dem „Neuen Menschen“.
Der Politikwissenschaftler Günther Sandner spricht mit Anita Eichinger über Otto Neurath und die Wiener Methode der Bildstatistik, ein Projekt, das Wissen mit Piktogrammen zugänglich machte. Im Exil wurde daraus Isotype: eine universelle Bildsprache zur Demokratisierung von Bildung und Information.
Der Fluch der Falodun‐Frauen von Oyinkan Braithwaite erzählt von drei Generationen der nigerianischen Familie Falodun, deren Frauen an einem alten Fluch zu leiden scheinen: Ein Angehöriger prophezeite, dass ihre Nachfahren in der Liebe niemals zu Hause ankommen würden. Ilja Trojanow spricht mit der nigerianisch-britischen Autorin. Am Tag zuvor ist die Autorin in der Wagner'schen Buchhandlung in Innsbruck zu hören.
Ein TV-Produzent stößt auf eine rätselhafte Sendung, die Realität und Manipulation verschwimmen lässt. Videodrome von David Cronenberg zeigt, wie Medien unsere Sinne und unser Bewusstsein formen: ein früher, verstörend präziser Blick auf das kommende digitale Zeitalter. In Film und Thema führt am Freitag, den 7.11. Christoph Huber ein.
In „Im Tal der Bärin“ von Clara Arnaud zieht die Ethologin Alma in die Pyrenäen, um dort eine wieder angesiedelte Bärin zu beobachten. Gleichzeitig kämpft Schäfer Gaspard mit der Rückkehr der Wildnis in seinem Dorf. Ein stiller Roman über das Spannungsfeld von Mensch, Natur und wildem Leben. Moderation: Doris Eibl.
The Ocelots, ein Zwillingsduo aus Wexford, vertiefen auf Everything, When Said Slowly ihren Folk-Rock zu einem wärmeren, weitläufigen Sound. In Songs über Migration, Zeit und Erinnerung entfalten sich ihre charakteristischen Harmonien: rau, bewegend und präzise zugleich.
Nach einem Autounfall wird die Musikstudentin Laura von einer alleine lebenden Frau aufgenommen. Zwischen beiden entsteht ein stilles Spiel aus Nähe und Schweigen. Christian Petzolds Miroirs No. 3 erzählt von Verletzung und Vertrauen: leise, atmosphärisch und von den Schauspieler:innen eindringlich getragen.
Am Samstag öffnet das KunstQuartier Wien Meidling von 14 bis 21 Uhr zum letzten Mal seine Türen. Rund 40 Künstler:innen zeigen Ausstellungen, Performances, Lesungen, Installationen und Filme. Mit Führungen, Workshops, Puppentheater und einer Ausstellung im Café Kosmos. Ab 14 Uhr gibt es Early Bird Führungen.
Bei ihrer 25-Jahr-Hochzeitsfeier stellt der Sohn von Ellen (Diane Lane) und Paul (Kyle Chandler) seine Freundin Liz vor: Ellens ehemalige, radikale Studentin. Ihre Bewegung „The Change“ spaltet die Familie und führt die USA in fünf Jahren in eine dystopische Diktatur. Der Film begleitet die Familie bis zur 30-Jahr-Feier: Die Demokratie ist zerbrochen, die Familie zerrissen. Ein politischer Thriller von Jan Komasa über Macht, Verrat und den schnellen Verlust von Freiheit.
Vier Frauen (Alma, Erika, Angelika, Nelly) erleben auf einem Altmark-Hof in verschiedenen Epochen (1910er–2020er) ihre Kindheit und Jugend. Ihre Schicksale sind mysteriös verknüpft: Tod, Schuld, Verdrängung. Ein poetisches Epos über Zeit, Trauma und unsichtbare Schicksalsfäden. Ein Film von Mascha Schilinski. (OmeU im Burgkino)
Open House im Belvedere 21 mit freiem Eintritt in die laufenden Ausstellungen von Wotruba, Ashley Hans Scheirl und Civa. Geboten werden auch geführte Rundgänge mit den Kurator*innen und das Team der Kunstvermittlung eröffnet vielfältige Einblicke in die präsentierten Arbeiten.
Der Kulturwissenschaftler Paul Feigelfeld spricht mit Robert Misik über den „Technofaschismus“, den autoritären Machtanspruch der Silicon-Valley-Eliten. Thema sind Datenmissbrauch, politische Verantwortung und der Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Demokratie und Gesellschaft.
Jake Shulman-Ment aus New York gilt als einer der besten Klezmergeiger weltweit. Er tourte international mit Größen der Klezmer-Szene, lehrte bei renommierten Festivals und erforschte als Fulbright-Stipendiat osteuropäische Geigenstile.
Die Wiener Wolfshüterin Hannah folgt einem Wolf ins tschechische Heimatdorf ihrer Großmutter. Dort kämpft ihre Mutter mit der Aufarbeitung der Familienvergangenheit. Beide müssen das Schweigen brechen, um generationsübergreifendes Leid zu verarbeiten. Danach folgt eine Podiumsdiskussion mit Regisseurin Tereza Kotyk und Schauspielerinnen. (OmeU)
Museen gehen auf die Musen als Hüterinnen der Künste zurück und stehen für Erinnerung, Wissen und Bildung. Aus den Kunst- und Wunderkammern des 16. und 17. Jahrhunderts entstand das neuzeitliche Museum. Die Wiener Kunstkammer gilt als bedeutendste Sammlung dieser Art.
Ruth Maier, jüdische Wienerin, floh 1939 nach Norwegen, wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und mit 22 Jahren ermordet. Ihre wiederentdeckten Tagebücher zeugen von großer literarischer Kraft. Der Abend „Ich bin Ruth“ erinnert an ihr Leben und an das vieler anderer. Ihre Tagebücher bilden die Basis für die Dramatisierung durch Claudia Kottal, Anna Kramer und Suse Lichtenberger, zudem gibt es Livemusik u.a. von Clara Luzia. Weitere Aufführung am 13. bis 15.11.
Kurt Palm erzählt in seinem Roman Trockenes Feld von der Flucht seiner Eltern 1943 aus Kroatien und dem Leben als Donauschwaben im Hausruckviertel, die ihre Herkunft zu verbergen suchten. Ein Gespräch über Erinnerung, Identität und sein bisher verborgenes Familienleben.
Ola Bilińska ist Sängerin, Musikerin und Übersetzerin aus Warschau. Sie interpretiert jiddische Lieder auf moderne Weise und verbindet traditionelle Melodien mit zeitgenössischen Klängen. In Projekten wie Babadag und Libelid erforscht sie Erinnerung, Sprache und kulturelle Kontinuität.
Das ehemalige ORF-Funkhaus in der Argentinierstraße wird zum Schauplatz der von Robert Punkenhofer und Işın Önol kuratierten Ausstellung der Vienna Art Week. Unter dem Motto LEARNING SYSTEMS trifft Geschichte auf zeitgenössische Kunst: bei freiem Eintritt und geführten Touren.
Der Kanadier Guy Delisle widmet sich in seinem neuen Comic dem Leben des Fotografiepioniers Eadweard Muybridge, dem 1878 der Nachweis gelang, dass Pferde im Galopp kurz fliegen. Delisle zeigt Originalaufnahmen und fragt, warum der geniale, aber schwierige Muybridge heute fast vergessen ist. An diesem Abend sind auch die Comic-Autorinnen Catherine Meurisse (Frankreich) und Clara Lodewick (Belgien) zu Gast.
Stefan Grisseman, Leiter des Kulturressorts von profil moderiert ein Expert*innengespräch zum Thema mit Siobhán Geets, Außenpolitik-Expertin des Magazins, Gerald Heidegger (ORF) und Medienkünstler und Kurator der Filmreihe "Hot on Cool" Günther Selichar.
Dacia Maraini erzählt in Ein halber Löffel Reis von ihrer Kindheit im japanischen Internierungslager während des Zweiten Weltkriegs. Hunger, Kälte und Gewalt prägen das Überleben der Familie. Die Autorin präsentiert das Buch im Gespräch mit Andreas Pfeifer.
Das mumok zeigt die erste museale Einzelausstellung von Kazuna Taguchi, 1979 in Tokio geboren und seit 2013 in Wien lebend. Die Künstlerin verbindet Malerei und analoge Fotografie zu surreal anmutenden Bildwelten: Ausgangspunkt sind gemalte und fotografierte Fragmente, die sie in einem vielschichtigen Prozess in der Dunkelkammer bearbeitet. Zu sehen von 13.6. bis 16.11.
Ab 9.10. zeigt eine Ausstellung im 7. Bezirk Gedichte von Ruth Klüger und Ceija Stojka, beide Überlebende der NS-Lager, deren Stimmen zu literarischen und künstlerischen Zeugnissen wurden. Ergänzt durch Stojkas Zeichnungen lädt das partizipative Format Besucher:innen ein, Gedichte einzusprechen. Kuratorin ist Sabine Kock. Zu sehen bis 16.11.
Xiu Xiu präsentieren David Lynchs Eraserhead als Live-Erlebnis mit Film: Feldaufnahmen, selbstgebaute Instrumente, Orgel, modulare Synths und Musique Concrète spiegeln die dunkle, surreale Emotionalität des Films. Lynchs Originalsound dient als Leitfaden für ihre dichte, experimentelle Klangwelt.
Sherlock Holmes gerät in ein gefährliches Machtspiel, als der König von Böhmen seine Hilfe sucht und Miss Adler wie auch Erzfeind Moriarty auftauchen. Ken Ludwigs Stück verbindet Spannung, Witz und Emotion. Dominic Oley inszeniert das Holmes-Abenteuer mit kleiner, wandlungsfähiger Kammerspiel-Besetzung. Fast alle Aufführungen, bis in den Dezember hinein, sind ausverkauft: aber Restkarten gibt es immer wieder.
Nach dem Polizeieinsatz gegen ein antifaschistisches Jugendcamp am Peršmanhof mehren sich Übergriffe auf Kärntner Slowen:innen. Eine Diskussion fragt nach den Hintergründen des neuen Drucks auf die Minderheit. Mit Ana Grilc, David Ressmann, Peter Pirker. Moderation: Jana Sommeregger.
„Die Spitzmauskarawane“ versammelt ausgewählte Glossen aus der 2023 eingestellten Printversion der Wiener Zeitung. Die pointierten Texte beleuchten mit Witz und Tiefgang Themen wie Bücher, Internet, Klima oder Liebe. Herausgeber sind Rauschal, Schmickl und Tesarik, langjährige Redakteure der Zeitung.
Der Philosoph Souleymane Bachir Diagne diskutiert mit Verleger Peter Engelmann über sein neues Buch „Afrikanische Kunst als Philosophie“ (Passagen Verlag). Darin analysiert er Léopold Sédar Senghors Denken als eigenständige Philosophie und lotet den Dialog zwischen afrikanischem und europäischem Denken aus. Das Gespräch im Schauspielhaus knüpft an aktuelle Debatten zu Restitution, kolonialem Erbe und kultureller Selbstbestimmung an.
Jamie Lawson ist ein britischer Singer-Songwriter. Seine Musik bewegt sich zwischen Pop und Folk, geprägt von klaren Melodien, akustischer Instrumentierung und ruhigem Tempo. Bekannt wurde er mit dem Song Wasn’t Expecting That und als erster Künstler auf Ed Sheerans Label Gingerbread Man Records.
Ihre Inspirationsquellen beschreibt das estnische Duo Puuluup so: „Wir lassen uns von Vormsi-Nächten, Straßenbahnen im November, verliebten Junkies, Kriminellen aus Odessa und Antonio Vivaldi inspirieren.“ Das erklärt vieles: Vormsi dürfte aber unbekannt sein, das ist eine ganz kleine estnische Insel. Übrigens: die Esten sind nahe verwandt mit den Finnen, das erklärt allerhand.Hörprobe gefällig? Puuluup - Liigutage vastu
In Network kündigt der ausgebrannte Nachrichtensprecher Howard Beale live seinen Selbstmord an und wird daraufhin zum Quotengaranten eines sensationsgierigen Senders. Sidney Lumets Mediensatire zeigt, wie Fernsehen Zynismus und Wahnsinn zur Ware macht.
Die Musiker:innen und Bands des Blue Bird Festival 2025 zeigen, wie vielfältig Musik sein kann. Da das Songwriting hier im Mittelpunkt steht, laden die Lieder der Künstler:innen dazu ein, die Welt und vielleicht auch einander ein Stück besser zu verstehen. Line-up 20.11.2025 21.11.2025 22.11.2025
The Pickers von Elke Sasse porträtiert Migrant:innen, die als Saisonarbeiter:innen Europas Landwirtschaft tragen – beim Pflücken von Oliven, Orangen oder Erdbeeren. Der Film zeigt Ausbeutung, fehlende Verträge und harte Lebensbedingungen, aber auch Initiativen für faire Arbeit. Ein Blick auf die Kosten unserer Ernährung. Ein Film im Rahmen der Hunger.Macht.Profit Filmtage.
Unter der Regie von Eran Riklis erzählt Lolita lesen in Teheran von der Literaturprofessorin Azar Nafisi, die im Teheran der 1990er Jahre heimlich westliche Romane mit Studentinnen liest. Literatur wird zum Akt des Widerstands und zur Quelle von Freiheit und Selbstbestimmung.
Jean-Paul Sartres „Die schmutzigen Hände“ spielt im Untergrund einer Partei im Krieg. Der junge Intellektuelle Hugo soll den pragmatischen Parteiführer Hoederer töten, weil dieser Bündnisse mit Gegnern schmiedet. Zwischen Idealtreue und politischer Verantwortung schwankend erschießt er ihn – getrieben von Eifersucht. Regie: David Bösch.
Zweimal jährlich vereint das Literaturmagazin Delfi internationale und deutschsprachige Positionen aus Prosa, Drama, Lyrik, Essay und Comic. Im Schauspielhaus werden aktuelle Texte von drei Wiener Autor:innen (Amir Gudarzi, Olga Grjasnowa und Mazlum Nergiz) vorgestellt. Es geht um Spiegel, Gift und Doubles. Durch den Abend führt Delfi-Mitherausgeberin Fatma Aydemir.
In Being There (1979) spielt Peter Sellers den naiven Gärtner Chance, der nach dem Tod seines Arbeitgebers seine "Gartenwelt" verlassen muss. Vom Fernsehen geprägt, versteht er alles als TV-Bilder. Durch Zufall wird er für einen weisen Denker gehalten und steigt zum politischen Berater auf: eine Satire auf Macht, Medien und die Illusion von Bedeutung. Ein Film von Hal Ashby. Ausdrückliche Empfehlung.
Das Alter Ego des deutschen Dramatikers Akın Emanuel Şipal will ein Stück über den Aufstieg des Osmanischen Reichs schreiben. Ein sprechendes Halbpferd und ein menschgewordener Traum entführen ihn ins 13. Jahrhundert zu Osman I. – eine witzige Zeitreise durch Macht, Mythen und den Aufstieg eines Imperiums, verquirlt mit der Jetztzeit des Autors. Ein großartiges Ensemble unter der Regie von Stefan Bachmann sorgt für einen sehr gelungenen Theaterabend.
LOU PA bewegen sich musikalisch zwischen Indie und Pop, geprägt von elektronischen Beats, Gitarren und wechselndem Gesang. Entstanden aus einem akustischen WG-Trio, entwickelte sich die Gruppe zu einer Band mit breiterem Sound. Das neue Album Love Portfolio entstand in Zusammenarbeit mit Mario Fartacek.
Gezeigt werden erstmals Einzelportraits von Wiener Geschäftslokalen. Hierbei handelt es sich um eine Auswahl ursprünglicher Aufnahmen, die bei Erkundungen von Graf und Frey während der letzten sechzehn Jahre entstanden sind. Zwar nicht unmittelbar sichtbar, ist die stete Veränderung der Stadt auch in dieser Ausstellung wieder zentrales Thema, sind doch bereits gut die Hälfte der fotografisch festgehaltenen Geschäfte aus dem Stadtbild verschwunden.
Matthias Gruber und Amir Gudarzi diskutieren mit Johanna Öttl über Perspektivenübernahme in der Literatur, etwa Männer, die aus Sicht von Frauen schreiben oder Autor*innen, die migrantische oder historische Erfahrungen schildern. Sie fragen, was diese Debatte fürs Schreiben bedeutet.
Der Film von Marie Luise Lehner begleitet die 12-jährige Anna, die mit ihrer gehörlosen Mutter in Wien lebt. Beim Wechsel ins Gymnasium im ersten Bezirk spürt sie Klassenunterschiede, Scham und Sehnsucht nach Zugehörigkeit – ein sensibles Coming-of-Age über Identität und Anderssein. Ein wunderbar ruhiger Film mit viel Lokalkolorit. An diesem Abend ist die Regisseurin anwesend.
Die Coens erzählen einen kargen, spannungsreichen Thriller. Besonderheit: ein Killer, der emotionslos einer eigenen, unerbittlichen Logik folgt und dadurch wie vom Zufall gesteuert wirkt. Ein Film über Gewalt, Moral und ihre Grenzen.
Der Film „Karla“ erzählt von einem Mädchen, das 1962 Missbrauchsfälle durch ihren Vater anzeigt, aber kaum Worte dafür findet. In einem Heim und vor Gericht ringt sie mit ihrer Geschichte. Sensibel inszeniert, ohne Schockbilder, zeigt der Film Bruchstücke ihres Erlebens. Elise Krieps beeindruckt in der Hauptrolle im Film von Christina Tournatzés.
Hazlett macht ruhigen, unaufgeregten Indie Folk. Akustische Gitarre, dezente Elektronik und eine klare Stimme bestimmen den Sound. Die Songs wirken leicht, manchmal melancholisch, ohne große Gesten. Beobachtungen aus dem Alltag, reduziert und präzise in Musik übersetzt.
Im Mississippi der 1930er fliehen drei Sträflinge aus einem Arbeitslager, um einen angeblichen Schatz zu finden. Auf ihrer Odyssee begegnen sie skurrilen Figuren, Musikern und Politikern. Die Coen-Brüder verknüpfen Motive aus Homers „Odyssee“ mit Südstaaten-Folk und abgründigem Humor. Der vielfach ausgezeichnete Soundtrack mit Bluegrass, Gospel und Folk wurde zum Kult und trug maßgeblich zur Popularität des Films bei.
Der indonesische Musiker Sastraswara verbindet javanisches Gamelan (traditionelles indonesisches Ensemble aus Metallophonen) mit elektronischen und algorithmischen Klängen. Zur Ausstellung The Ultimate Breath erstmals in Wien, entfaltet er eine spirituell-musikalische Reise rund um „Suwung“, die Leere zwischen den Tönen.