"Die Welt im Fokus" zeigt Reise- und Expeditionsfotografie des 19. Jahrhunderts, damals ein neues Medium zur Weltabbildung. Die Aufnahmen erzählen von Industrialisierung, Mobilität und Machtansprüchen und führen von den Alpen über den Nahen Osten bis nach Japan. Aus der Sammlung der Albertina.
Der guineische Migrant Souleymane arbeitet als Essenskurier in Paris. Zwei Tage bleiben ihm bis zur Anhörung über seinen Asylantrag. Zwischen Lieferstress, prekären Arbeitsbedingungen und der Vorbereitung auf das entscheidende Gespräch kämpft er um seine Zukunft. Boris Lojkine erzählt in einem atemlosen, realistischen Stil von Migration und Überlebenskampf. Im Anschluss an den Film findet eine Podiumsdiskussion...
Nach fast 40 Ehejahren ist bei Lore und Harry die Luft raus. Er werkelt im Garten, sie will noch etwas vom Leben. Als die Tochter zum dritten Mal heiraten möchte, geraten auch die eigenen Lebensentscheidungen auf den Prüfstand. Andreas Dresen erzählt mit Humor und Melancholie von einer Liebe, die noch nicht am Ende ist.
Die Mehrkanal-Klanginstallation zeichnet die Donau von ihrer Quelle bis zum Schwarzen Meer nach. Naturgeräusche verbinden sich mit den Stimmen von zwölf Menschen, für die der Fluss wichtig ist. Sie erzählen in ihren Muttersprachen von ihrer Beziehung zur Donau. Übersetzungen und eine Wandkarte helfen bei der Orientierung. Am Eröffnungsabend gibt es ein Gespräch mit der Künstlerin.
Käthe Kratz erzählt von ihrem Weg vom Aufwachsen in einer Nazi-Familie zur ersten Regiestudentin an der Filmakademie Wien und preisgekrönten Filmemacherin. Ihre persönliche Geschichte verbindet sich mit der Nachkriegszeit, 68er-Bewegung und Frauenbewegung. Moderation: Julia Pühringer.
Antonio Fian, bekannt für seine Dramolette, trifft auf das Kollegium Kalksburg. Die drei Wienerlied-Weltweisen feiern ihre über 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Dichter und 30 Jahre Bandgeschichte. Unter dem Motto „Mit Unmut voran“ verbinden sie Sprachwitz, Wienerlied und ungenierten Humor.
Die junge Staatsanwältin Seyo Kim überlebt einen rassistischen Brandanschlag. Ihre Behörde zeigt wenig Interesse an Ermittlungen, also macht sie selbst weiter und bringt einen Täter vor Gericht. Dabei stößt sie auf Widerstand im eigenen Haus. Der Film von Faraz Shariat entstand nach Recherchen zu realen Prozessen.
Paul, Kellner in der DDR, braucht sieben Jahre und neun Monate, um seinen Italientraum zu verwirklichen. Lars Jessen zeigt die endlosen, heimlichen Reisevorbereitungen ohne Ostalgie, Charly Hübner spielt zurückhaltend, Lina Beckmann als Ehefrau Anne hält stark dagegen. Paul versteht sich als Reisender, nicht als Flüchtling, und will zurück.
Richard Schuberth veröffentlicht mit "Die Gedichte" im Drava Verlag erstmals eine Sammlung seiner Lyrik aus vier Jahrzehnten. Einzelne Texte wurden bereits in Theaterstücken und Kabarettprogrammen bekannt, vor allem durch satirische Songs, die Jelena Popržan interpretiert. Im Kosmos Theater singt sie Lieder, die Schuberth für sie geschrieben hat.
SALTO VITALE schöpft aus den persönlichen Erinnerungen der Ensemblemitglieder und der Geschichte des Serapions Theater. Eine Gruppe begibt sich auf eine traumhafte Reise, findet zueinander und wagt einen Vorwärtssprung ins Leben. Aus individuellen Bildern entsteht eine neue Erzählung zwischen Erinnerung und Projektion.
Im Russland des Jahres 2022 soll Unternehmer Gleb vierzehn seiner Mitarbeiter für den Krieg in der Ukraine rekrutieren. Zugleich entdeckt er die Affäre seiner Frau. Andrey Zvyagintsev verbindet Ehekrise und staatliche Willkür zu einem düsteren Drama über Macht, Gewalt und moralischen Verfall. Offizieller Kinostart am 4.12.
Die Ausstellung HER STORY beleuchtet fünf Jahrhunderte künstlerischen Schaffens von Frauen in der Sammlung der ALBERTINA. Zeichnungen und Druckgrafiken früher Künstlerinnen treffen auf Werke der Moderne und feministische Positionen der 1970er-Jahre. Mit Arbeiten von Angelika Kauffmann, Käthe Kollwitz, Maria Lassnig und VALIE EXPORT.
Stärke, Disziplin und Selbstoptimierung dienen in digitalen Räumen zunehmend als Einstieg in extremistische Ideologien. Julia Ebner und Andreas Peham diskutieren, wie Männlichkeitsbilder, soziale Medien und antifeministische Narrative Radikalisierung fördern und welche Möglichkeiten politische Bildung und Prävention bieten. Moderation: Tessa Szyszkowitz.
In Funkenschwestern. Wie Feminismus alles besser macht untersucht Barbara Blaha Ungleichheit als ökonomisches und politisches Systemproblem. Von Kindheit und Beziehungen über Arbeit und Geld bis zu Politik und Gewalt zeigt sie anhand von Fakten, wie Machtverhältnisse wirken und warum Feminismus politische Notwendigkeit ist. Barbara Blaha im Gespräch mit Nadja Riahi.
Irina Scherbakowa erinnert sich an die Perestroika und die ersten Jahre der Freiheit in Moskau und auf dem Land. Sie zeichnet Russlands Weg zurück zur Diktatur nach. Als Mitgründerin von Memorial, das sowjetische Verfolgung aufarbeitet und Menschenrechte verteidigt, kämpft sie gegen Staatsterror und das Vergessen.
Die britische Sängerin und Songwriterin Kat Eaton verbindet Soul und R&B mit Blues, Jazz und Gospel. Ihre warme, kraftvolle Stimme trifft auf einen an klassischen Sounds orientierten Bandsound. In ihren Songs verarbeitet sie persönliche Erfahrungen, Beziehungen und psychische Belastungen.
Sleaford Mods, das Duo aus Nottingham, macht rohen, wütenden Spoken-Word-Punk: Jason Williamson rappt sich durch den britischen Alltag, während Andrew Fearn minimalistische Beats liefert. Ihre Texte sind bissig, politisch und voller Verachtung für Scheinheiligkeit und soziale Ungerechtigkeit. Ungeschönt, direkt und kompromisslos.
Der Schweizer Musiker Tobias Jundt verbindet als Bonaparte Punk, elektronische Beats, Indie-Rock und Einflüsse aus Jazz und Weltmusik. Seine frühen Songs treffen auf anarchischen Humor und rohe Tanzenergie, live ergänzt durch schrille Kostüme und Zirkuselemente. Inzwischen zeigt das Projekt auch ruhigere, persönlichere Seiten.
Ishraga Mustafa Hamid erzählt in »Die Donau kennt mich« von ihrem Weg vom Sudan nach Wien, den sie nach dem Militärputsch 1989 antreten musste. Es geht um Entwurzelung, Widerstand, Heimat, Rassismus und die Frage, wer über die eigene Identität bestimmt. Moderation: Michael Fanizadeh.
Christoph Waltz spielte schon früh Figuren, bei denen Selbstbild und Fremdwahrnehmung auseinanderklaffen. Quentin Tarantino machte seine sprachgewandten, schwer durchschaubaren Charaktere international bekannt. Zwei Oscars später bleibt sein Markenzeichen das mehrdeutige Lächeln, das Überlegenheit, Zynismus und Schmäh zugleich ausdrücken kann.
Felix Kramer nennt Dylan, Hirsch, Cohen, Gainsbourg und Kreisler als Vorbilder. Nach einem Studium der klassischen Konzertgitarre und internationalen Auftritten im E-Musik-Bereich wechselte der Ottakringer zum Songwriting. Seine fein arrangierten Lieder im Wiener Dialekt kreisen um Gefühle und sind meist melancholisch.
Sarah Wipauer präsentiert ihren Debütroman Fehlende Gespenster: eine Erzählerin führt durch Wiens unterirdisches Tunnelsystem, gebaut zur Leichenbeförderung per Rohrpost. Historische Fakten, absurde Erfindungen, unzuverlässige Narration.
Das Danish String Quartet verbindet klassische Kammermusik mit zeitgenössischen Werken und nordischer Volksmusik. Die vier Musiker aus Dänemark und Norwegen stellen Beethoven und Bach neben Schostakowitsch und Bartók. An diesem Abend interpretieren sie Werke von Ravel und Schostakowitsch.
Zwei Brüder aus Bremen, Westberlin, 1980: Frankie will in Kreuzberg bleiben, Freddie nach New York, hängt aber als Versuchskaninchen für Antidepressiva im Probandenhotel fest. Einen Tag vor Heiligabend kann er nicht mehr U-Bahn fahren und verliert eine wichtige Tasche. Sven Regener schickt beide auf eine Odyssee und liest an 3 Abenden aus seinem Roman.
Drei Abende mit Musik aus Nordeuropa, mit musikalischen Ausflügen nach Australien, Deutschland und Paris. Das Blue Bird versammelt Künstlerinnen und Künstler, die lieber Geschichten erzählen als Trends bedienen. Heuer dabei: die Wienerin Almuth, der Färöer Marius Ziska, Tara Nome Doyle (IE/NO), The Ocelots (IE), Clara Luzia (AT), Dave Lofts (IE), Elín Hall (IS), Sondre Lerche...
„Mir geht’s um die Menschen“, das vierte Studioalbum des Wiener Hip-Hoppers Monobrother, versteht sich als Utopie einer lebenslangen Kabane (eine Kabane ist größer als eine Kabine) im Gänsehäufel für alle. Die Menschen, die er in schwarzhumoriger Rollenprosa zeichnet, wirken wie Karikaturen aus einer Deix-Collage: autoritärer Kleinbürger, opportuner Sozi-Funktionär, Internetjunkie, Fernsehphilosoph.
Einen Tag nach der Eröffnung der Buch Wien liest László Krasznahorkai auf Deutsch aus »Im Wahn der Anderen«. Ein New Yorker Bibliothekar verliert sich auf Melvilles Spuren, eine Verfolgungsjagd endet auf einer abgelegenen Insel in der Falle. Schlagzeuger Szilveszter Miklós begleitet den Sog der Sprache mit Improvisationen.
Im Klavierduo verbinden Tereza Gugg-Kalabova und Johannes Gugg orchestrale Klangfülle mit kammermusikalischer Transparenz und lyrischer Innigkeit. Ihr Programm reicht von Brahms und Schubert bis Beethoven, Dvořák und Smetana. Als Jugendliche musikalisch zusammengeführt, wurden sie auch privat ein Paar.
Ena Katarina Halers Roman Die Schuldlosen (Folio Verlag) spielt kurz vor der Jahrtausendwende: Iris kehrt mit Mutter und Bruder in ein vom Jugoslawienkrieg zerstörtes Dorf an der kroatisch-bosnischen Grenze zurück. Was folgt, ist keine Idylle: Der Roman begleitet Iris auf einem rauen, oft erschreckenden Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Moderation: Günter Kaindlstorfer (ORF).
Der Tiroler Künstler Karl Heinz Koller (1943–1995) entwickelte mit Mehrfachbelichtungen, Schärfe und Unschärfe eigenwillige fotografische Bildwelten. Seine kreisförmigen „Konfigurationen“ und ein vielschichtiger Werkkomplex aus Texten und Bildern zeugen von seinem avantgardistischen Ansatz. Die erste museale Ausstellung macht sein Werk neu sichtbar.
Ernst Molden widmet seinem Geburtsbezirk mit „Döbling Burning. Ein Singspiel vom Rand“ einen Totentanz zwischen Bürgertum, Kirche und Aberglauben. Im Zentrum steht Otto Meyer-Sudelfeld, Erbe einer Gummifabrikantenfamilie, der um die Villa seiner Großmutter kämpft. Auch ein Geistlicher, ein Weinbauer und die Heilige Agnes mischen sich ein.