In der Tiefsee existieren hochspezialisierte Ökosysteme wie Manganknollenfelder und hydrothermale Quellen mit hoher Artenvielfalt und wertvollen Metallen. Weltweit werden 2,7 Millionen Quadratkilometer Tiefseeboden nach Rohstoffen erkundet, erste Gebiete könnten bald abgebaut werden. Welche Umweltfolgen hätte Tiefseebergbau und wer reguliert ihn? Vortrag von Sabine Gollner.
Barbara (Valerie Pachner) ist Clownin und lebt mit ihrem Partner und den beiden Kindern ein glückliches Familienleben. Ein Unfall reißt sie aus allem heraus. Adrian Goigingers Film nach dem Bestseller von Barbara Pachl-Eberhart erzählt nicht-linear von Verlust und Trauer, aber auch davon, wie man weiterleben kann.
Die Hamburger Band "Die Sterne" touren mit ihrem Album "Wenn es Liebe ist", 30 Jahre nach ihrem legendären Album "Posen" (1996). Die neue Single wird als möglicher Hit gehandelt. Spilker, Valdés, Janzen und Tielsch spielen ihre Songs zwischen Indie-Pop und melancholischem Sprechgesang, alte Klassiker treffen auf neue Stücke. Das Konzert ist ausverkauft, aber das Porgy & Bess bietet ja zumeist einen Live-Stream.
dEUS, 1991 in Antwerpen gegründet, zählt zu Belgiens bekanntesten Rockbands. Um Frontmann Tom Barman schufen sie einen eklektischen Sound aus Alternative Rock, Jazz, Folk und Punk. Ihr Debüt "Worst Case Scenario" (1994) gilt als einflussreichstes Album der 90er-Jahre und machte sie zur ersten belgischen Indie-Band bei einem Major-Label.
Seit April 2025 ist der Eintritt in die Secession jeden ersten Mittwoch im Monat frei. Besucher*innen können das berühmte Beethovenfries und wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst kostenlos erleben: ein Zeichen für mehr kulturelle Teilhabe.
Eine junge Frau findet ihre Stimme durch Schreiben und Rettung durchs Schwimmen. Kristen Stewarts Regiedebüt nach der Autobiografie von Lidia Yuknavitch erzählt in traumhafter, nicht-linearer Montage von Trauma, Verlust und Selbstfindung. Imogen Poots in der Hauptrolle, mit Thora Birch und Tom Sturridge. Ein intimes biografisches Drama über den Weg zur Schriftstellerin, Lehrerin und Mutter.
Derek Jarman inszeniert das Leben des Philosophen Ludwig Wittgenstein (Karl Johnson) auf minimalistischer schwarzer Bühne als witzige, skizzenhafte Revue. Von der Kindheit über Cambridge bis zum Ersten Weltkrieg zeigt Jarman einen exzentrischen Geist zwischen Bertrand Russell, John Maynard Keynes und seiner Homosexualität. Ein verspieltes, kluges Porträt, das Philosophie wie Poesie behandelt.
Marie Langer (1910–1987): Wiener Ärztin, Psychoanalytikerin, Kommunistin. Sie kämpfte 1936 im Spanischen Bürgerkrieg, flüchtete nach Argentinien, musste 1974 vor Todeslisten fliehen. Ihre Erinnerungen erscheinen nun bei Edition Atelier. Ulrike Schmitzer (Herausgeberin) und Irene Filip (Spanienarchiv) sprechen über die außergewöhnliche Biografie. Moderation: Matti Bunzl.
Das politische Drama von Jafar Panahi (Gewinner der Goldenen Palme 2025) folgt Vahid, einem Ex-Häftling des iranischen Regimes, der zufällig in seiner Werkstatt auf Eghbal trifft. Aufgrund von Details vermutet Vahid, Eghbal sei sein früherer Peiniger und entführt ihn. Die Konfrontation wird zur gewissenhaften Auseinandersetzung mit Rache und Wahrheit. Im Rahmen der Filmreihe "Iran hautnah".
Am 14. Oktober eröffnet die Ausstellung „MEET OTTO“ am Otto Wagner Areal. Gezeigt wird die Entwicklung vom Krankenhaus zum Wissenschafts-, Kultur- und Bildungsareal. Pläne, Vergleichsbilder, Materialproben und Tonspuren machen die architektonische und historische Transformation nachvollziehbar. Öffnungszeiten: Di - Fr 10:00 - 17:00
Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der „Wiener Methode der Bildstatistik“, später Isotype genannt, die Otto Neurath 1925 mit seinem Team zur Demokratisierung von Wissen entwickelte. Sie zeigt den Einfluss dieser Bildsprache auf Grafikdesign, Kunst und Informationsvermittlung bis in die Gegenwart. Die Ausstellung endet am 5.4.2026.
Der elfjährige Krishna landet nach einem familiären Streitfall in den Straßen von Bombay und versucht als Teeausträger genug Geld zu verdienen, um nach Hause zurückzukehren. Mira Nairs Debütfilm arbeitet mit echten Straßenkindern und dokumentarischer Ästhetik, ein neorealistisches Meisterwerk über Armut, Freundschaft und Überleben in den Slums. Wie Tom Waibel bei einer Moderation sagte: "Nach dem Film, hat man das Gefühl, dort gewesen zu sein."
Das dritte Album von Aufmessers Schneide verbindet überraschend Jazz mit anderen Einflüssen. Inspiration reicht von kosmischen Phänomenen bis zu afrikanischer Mythologie. Stilbrüche, Bläsersätze und Rhythmuswechsel prägen den Sound, der verspielt ist und stets im Jazz verankert bleibt. (Livestream verfügbar)
In Petra Piuks dystopischem Roman regieren Männer mit KI, Frauen dürfen keine Bücher lesen. Reality-Stars und Androidinnen spielen die Hauptrollen in einer eingebetteten Lovestory. Mit bösem Witz und metafiktionalen Elementen wie einem Live-Chat bespiegelt "Hotel Love" sich selbst. Moderation: Jana Volkmann.
Dead Centres (britisch-irisches Theaterduo) Inszenierung von Freuds Traumdeutung entführt in eine theatrale Traum-Werkstatt – zwischen Analyse, Bühne und Publikum. Das Stück beleuchtet Freuds visionäres, bis heute diskutiertes Hauptwerk über Träume als Schlüssel zum Ich und Ursprung der Psychoanalyse.
Das Theaterpaar Derya und Aziz aus Ankara gerät nach einer Theaterpremiere wegen vermeintlich regierungskritischer Äußerungen ins Visier des Staates. Sie verlieren Jobs und Wohnung, ziehen zur Familie nach Istanbul. Die Repression belastet Ehe und Familie, zwingt sie, Ideale und Anpassung neu zu verhandeln. In Anwesenheit des Regisseurs İlker Çatak.
LOU PA bewegen sich musikalisch zwischen Indie und Pop, geprägt von elektronischen Beats, Gitarren und wechselndem Gesang. Entstanden aus einem akustischen WG-Trio, entwickelte sich die Gruppe zu einer Band mit breiterem Sound. Das neue Album Love Portfolio entstand in Zusammenarbeit mit Mario Fartacek.
Voodoo Jürgens & die Ansa Panier treten 2026 wieder als Band auf. Nach drei Alben folgt ein neues mit verändertem Sound und erweiterten Themen. Die Texte entfernen sich vom bisherigen Milieu und richten den Blick stärker nach außen wie nach innen. Das Konzert am Tag davor ist bereits ausverkauft.
Birgit Birnbacher erzählt in "Sie wollen uns erzählen" von einem neurodivergenten Kind im Spannungsfeld von Schule, Familie und Norm. Der Roman zeigt Konflikte mit dem System und fragt, welches widerständische Potenzial im Anderssein liegt. Moderation von Johannes Tröndle.
Amy Bergs Dokumentarfilm porträtiert Jeff Buckley, der 1997 mit 30 Jahren ertrank. Durch unveröffentlichtes Archivmaterial, Interviews mit Mutter Mary Guibert, Partnerinnen und Bandmitgliedern entsteht ein intimes Bild des Musikers mit der außergewöhnlichen Stimme, der nur ein einflussreiches Debütalbum hinterließ.
Claudia Bauer inszeniert Jelineks aberwitziges Vampirstück: Krankenschwester Emily rettet die bei der Geburt verstorbene Carmilla durch einen Vampirbiss. Die beiden Frauen beginnen eine blutrünstige Liebesbeziehung, ernähren sich von Blutkonserven und entziehen sich männlicher Kontrolle. Dr. Heidkliff und Carmillas Ehemann Benno rufen zur Jagd auf die Untoten.
Garish aus dem Burgenland macht seit 1997 Indie-Pop mit deutschsprachigen, metaphernreichen Texten von Thomas Jarmer. Die Band verbindet eigenwillige Instrumentierung mit melancholischen Untertönen und intelligentem Wortspiel. Ihr Sound bewegt sich zwischen New Wave, Synthpop und Post-Punk.
Zwei Ausstellungen werden im November 2025 im MAK eröffnet: Die „100 Besten Plakate 24“ zeigen ausgezeichnetes Grafikdesign aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Global Warming“ präsentiert 35 Plakate von Studierenden aus Wien und Seoul, die kreative Antworten auf die Klimakrise entwickeln.
Guglielmo Castelli zeigt in der Kunsthalle Wien MQ neue Gemälde und Skulpturen aus geschnittenem Papier. Seine Arbeiten beziehen sich auf Malerei, Architektur und Literatur und zeigen schwebende oder fallende Figuren. Ergänzt wird die Präsentation durch Skizzen und Materialien. Zu sehen bis 12.4.
Nagasaki 1964: Nach dem Tod seines Vaters wird der 15-jährige Kikuo von einem berühmten Kabuki-Schauspieler aufgenommen. Neben dessen Sohn Shunsuke widmet er sich der Kunst des Onnagata (männliche Darstellung von Frauenrollen). Lee Sang-ils bildgewaltiges, dynamisches Drama über 50 Jahre verhandelt Rivalität, Freundschaft und die Frage, was Kunst und Identität ausmacht. Der Film vermittelt das Gefühl, mitten im Theatergeschehen und zugleich im Kino zu sein. Großartig!
Überwachung hat einen schlechten Ruf, aber Timo Daum dreht die Perspektive um: Was wäre, wenn Datensammlung Preistreiberei von Vermietern verhindert, Finanzkriminalität aufdeckt oder gutes Regieren ermöglicht? Daum plädiert für eine kollektive Datenpolitik. Lesung: Maria Harpner, Moderation: Sigrid Kroismayr.
Norbert Gstrein liest aus "Im ersten Licht": Ein Vater macht seinen Sohn durch einen Axthieb untauglich für den Ersten Weltkrieg, Gewaltakt und Rettung zugleich. Der Sohn hinkt bis ins hohe Alter. Gstreins Roman spielt kenntnisreich mit Erzählperspektiven und unterschiedlichen Interpretationen von Wirklichkeit bei aller existenziellen Dimension. Moderation: Johanna Öttl.
Orlando, jung und attraktiv, lebt über vier Jahrhunderte und wechselt in Konstantinopel nach einer Trance das Geschlecht. Als Frau erkundet sie mit Ironie die Themen Rollenbilder, Zeitgeist und die Vielfalt widersprüchlicher Identitäten. Regie von Therese Willstedt nach ein Textfassung von Tom Silkeberg.
"Breaking the Waves" erzählt von Bess, einer jungen Frau in einer schottischen Küstengemeinde, die den Ölarbeiter Jan liebt. Als er nach einem Unfall gelähmt ist, bittet er sie, mit anderen Männern zu schlafen und ihm davon zu berichten. Bess folgt dieser Bitte aus bedingungsloser Liebe und opfert sich zunehmend auf. Ein Drama über Glaube und Hingabe, roh und emotional intensiv. Emily Watson spielt die Hauptrolle erschütternd.
1905 entstand in der Wiener Urania eine der weltweit ersten Sozialreportagen: Der Journalist Emil Kläger und der Richter Hermann Drawe zeigten das Leben in der Kanalisation, in Ziegelöfen und Massenquartieren. Der Lichtbildervortrag wurde zum Kassenschlager mit 90.000 Besuchern in drei Jahren und machte die soziale Notlage zum öffentlichen Thema. Andreas Weigl (Wirtschafts- und Sozialhistoriker) gestaltet eine dialogische Führung mit Michael Ponstingl.
Barbara Haas entlarvt den Tradwife-Trend als gefährlichen Backlash: Die neue Hausfrauenromantik mit Sauerteig und Blümchenkleid ist Teil einer politischen Agenda, die Frauen zurück an den Herd drängen will. Mit Witz und Klarheit zeigt sie, warum dieser Influencer-Hype kein harmloser Lifestyle, sondern ein Symptom gesellschaftlicher Schieflagen ist. Gespräch mit Matti Bunzl.
Barbara Kadletz stellt ihre erste Graphic Novel im Literaturhaus Wien vor: Wien in den 1940ern, Swing tanzen als Widerstand, Jazz als verbotene Kunst. Die Wiener Schlurfs und Schlurfkatzen trotzten dem NS-Regime mit Stil und Rhythmus. Mit Illustrator und Verleger Jorghi Poll.
Sophie Rois, die eigenwillige Berliner Kultfigur aus Ottensheim, im Gespräch mit Daniela Strigl. Die preisgekrönte Schauspielerin spricht über ihre Theaterarbeit an der Volksbühne sowie Film- und Hörbuchprojekte. Im Fokus stehen ihre Lieblingsbücher und Leseproben.
Die Dokumentation von Kim A. Snyder zeigt den Kampf US-amerikanischer Bibliothekar:innen gegen Book Bans: Extrem konservative Kräfte entfernen afroamerikanische, LGBTIQ+ und progressiv-kritische Literatur aus Büchereien. Bibliothekar:innen werden in öffentlichen Hearings eingeschüchtert und gekündigt. Der Film zeigt den Widerstand für intellektuelle Freiheit und Demokratie. Im Anschluss Gespräch mit Philipp Blom, Solmaz Khorsand und Ursula Liebmann.
Autorinnen, Autoren und Kritikerinnen diskutieren über internationale Buchneuerscheinungen: Robert Menasses "Die Lebensentscheidung", Siri Hustvedts "Ghost Stories" und Sandro Veronesis "Schwarzer September". Günter Kaindlstorfer spricht mit Gerald Heidegger, Gerald Schmickl und Sophie Weilandt.Anmeldung unter: ORF RadioKulturhaus Kartenbüro
The Notwist aus Weilheim verbinden seit den 1990ern Indierock mit Elektronik, Jazz und experimentellen Klängen. Die Band um die Brüder Markus und Micha Acher schafft melancholische, vielschichtige Songs zwischen Intimität und Innovation. Ihr Album "Neon Golden" (2002) gilt als Meilenstein des deutschen Indietronica.
Die katalanische Sängerin und Klarinettistin Carola Ortiz und der Multiinstrumentalist Àlex Guitart spielen alte iberische Balladen und traditionelle Tänze. Ihre Musik verbindet historische Melodien mit Improvisation, elektronischen Elementen und modalen Harmonien. Ortiz' Stimme wird mit iberischen und orientalischen Instrumenten verwoben.
Das Martin Listabarth Trio mit himself (Piano), Gidi Kalchhauser (Kontrabass) und Sebastian Simsa (Schlagzeug) verbindet Jazz mit Klassik und Pop. In fein abgestimmtem Zusammenspiel entstehen musikalische Geschichten von Madrid bis Istanbul. Im Fokus steht das Release des neuen Albums In Her Footsteps.
Anne und George, ein Pariser Ehepaar, erhalten anonyme Videokassetten, die ihr Haus zeigen. Die Suche nach dem Absender führt zu verdrängter Schuld und kolonialer Vergangenheit. Felicitas Brucker inszeniert Hanekes „Caché“ als spannendes, bildstarkes Kammerspiel mit Johanna Wokalek. An diesem Abend gibt es sowohl vor der Aufführung als auch danach ein Gespräch.
Sofia Coppolas Debüt über fünf Schwestern in einem repressiven Haushalt der 70er-Jahre, erzählt aus der verklärten Erinnerung eines faszinierten Nachbarsjungen. Traumgleich ästhetisiert, mit Musik von Air. Hinter sonnenbeschienenen Vorstadtbildern zeigt sich die Resignation. Im Rahmen der Filmreihe "Liebe auf den ersten Blick"
Im Film "Manas" der Regisseurin Marianna Brennand wehrt sich die 13-jährige Tielle gegen die sexuelle Ausbeutung durch ihren Vater im Amazonasgebiet. Das Drama beleuchtet die weibliche Auflehnung gegen patriarchale Gewaltstrukturen und den Kampf um Selbstbestimmung.
Nicolas Mahler widmet sich in seiner Ausstellung „Ach die dumme Literatur!“ dem Schreibfrust berühmter Autoren. Zur Vernissage im Literaturhaus Wien präsentiert der Künstler den gleichnamigen Band im Gespräch mit Barbara Zwiefelhofer. Danach ist die Schau mit Mahlers Zeichnungen zu besichtigen.
Das Ö1 Konzert präsentiert das ORF Radio-Symphonieorchester Wien mit der Dirigentin Elim Chan. Es gibt Auszüge aus Schostakowitschs Filmmusik zu Hamlet sowie Berlioz’ Tristia mit dem Wiener Singverein. Den Abschluss bildet Schostakowitschs 13. Symphonie "Babij Jar". Aufnahme vom 11. April.
Der fiktive Psychothriller "Die Quelle" auf der Bühne thematisiert den Machtkampf zwischen einem Konzern, Journalisten und einem Whistleblower. Regisseur Calle Fuhr integriert Erkenntnisse aus realen Recherchen in ein Katz und Maus Spiel um die Unterdrückung der Wahrheit und die Verfolgung von Informanten.
Egon Erwin Kisch berichtete 1937 als „rasender Reporter“ über die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. Die neue Sammlung seiner Reportagen und Briefe dokumentiert seinen Einsatz gegen den Faschismus. Georg Pichler und Joachim Gatterer präsentieren das Werk als umfassende Chronik.
Mira Perusich, Wiener Singer-Songwriterin mit burgenlandkroatischen Wurzeln, präsentiert mit ihrer Band ein mehrsprachiges Programm und ihr neues Album. Ihre Songs verknüpfen Sprachen und Genres und erzählen mit Humor von Beziehungen, Identität, Hoffnung und Nostalgie.
Als Elfriede Jelinek 1981 ihr Stück "Burgtheater" ankündigte, ahnte sie nicht, dass es ihren Ruf als "Nestbeschmutzerin" begründen würde. Eine Schauspielerfamilie in mörderischer Kunstsprache. Nun eine späte Burgtheater-Premiere als szenisches Panoptikum über Öffentlichkeit, Anpassung, Geschichte des Theaters und Faschismus. Der Wiener Festwochen-Intendant Milo Rau inszeniert.
Das Abendprogramm (im Rahmen der Langen Nacht der Forschung) bietet Führungen durch die Rathaus-Ausstellung sowie drei Panels zur Wiener Kulturgeschichte. Themen sind die Autorin Emilie Mataja, die Arbeitsrealität von Frauen im Rathaus sowie die Digitalisierung von Theaterzetteln der 1930er Jahre. Ein Konzert von "Vereter und die Woarmen Semmeln" um 22:00 schließt die Veranstaltung musikalisch ab.
Die Biennale INNSBRUCK INTERNATIONAL findet vom 25. April bis 3. Mai 2026 unter dem Titel RENDEZ-VOUS statt. Das Programm umfasst Performances, Installationen und Konzerte an Orten wie dem Marktplatz. Im Fokus stehen kollektive Begegnungen sowie soziale und ökologische Umbrüche der Gegenwart. Eröffnet wird das Festival am Marktplatz Innsbruck von Yasmo.
Die erste Indiebuchmesse im Albert-Schweitzer-Haus präsentiert rund 40 unabhängige Verlage. Verleger:innen stehen persönlich an ihren Tischen und erzählen über ihre Titel. Die Vielfalt der unabhängigen Verlagsszene steht im Mittelpunkt. Eintritt frei. Mit dabei u.a. Residenz, Haymon und Otto Müller Verlag.
Liverpool, 1940er und 1950er: Terence Davies' autobiografisches Debüt zeigt eine Arbeiterfamilie zwischen brutaler Vatergewalt und mütterlicher Liebe. In fragmentarischen Erinnerungen entspinnt sich ein Fotoalbum aus Hochzeiten, Pubbesuchen und Kinoabenden. Die Lieder der Zeit geben den Stimmlosen eine Stimme. Poetisch, erschütternd, nie sentimental. Pete Postlethwaite furchteinflößend als Vater.
Cathrin Kahlweit im Gespräch mit dem slowakischen Journalisten Michal Hvorecky, der sich gegen Robert Ficos autoritäres Regime zur Wehr setzt. Wegen Kritik an der Kulturministerin drohen ihm fünf Jahre Haft. Sein Buch "Dissident" verbindet Erinnerungen an 1989 mit einem Plädoyer für Widerstand.
Bastian Schneiders "Umschreibung" folgt einem Detektiv auf der Suche nach einem verschollenen Kafka-Text bis nach Argentinien. Thomas Raabs "Jedermanns Dämon" erzählt von einem Werbetexter, der vor einer Seuche in ein Schloss flieht. Beide Romane spielen mit Fiktion, Identität und Genre. Moderation: Johannes Tröndle.
Der Dokumentarfilm von Richard Ladkani begleitet die indigene Anführerin Juma Xipaia bei ihrem Widerstand gegen die Zerstörung des Amazonas-Gebiets durch Goldminen. Er zeigt ihren Weg in die Politik und den Schutz ihres Territoriums. Ein Porträt über den Erhalt von Lebensraum und die Kämpfe indigener Völker. Nach dem Film gibt es ein Gespräch mit Richard und Anita Ladkani.
Ein Theaterabend über Nelly Sachs: Flucht vor den Nazis, Exil in Schweden und eine von Schmerz und Sprachsuche geprägte Lyrik. Regisseurin Ingrid Lang entwickelt im Nestroyhof eine karge Inszenierung aus Tanz, Musik und Zitaten über Heimatlosigkeit, Erinnerung und poetischen Widerstand.
Der Aktivismus von Frauen für den Nationalsozialismus wird bis heute oft verschwiegen. Ausgehend vom Nachlass der Tirolerin Paula Lang (1906–1991) beleuchtet die Historikerin Heidrun Zettelbauer in einem Impulsvortrag Motive und Handlungsräume von Frauen in deutschnational-völkischen Kontexten. Mit anschließender Diskussion.
In Markus Schleinzers "Rose" gibt sich eine Frau (Sandra Hüller) nach zehn Jahren als Soldat erneut als Mann aus und baut einen verfallenen Hof wieder auf. Um weiteres Land zu erwerben, muss sie heiraten. Als ihre wahre Identität aufliegt, folgt ein hartes Urteil. Ein eindringlicher Schwarzweißfilm (mit grandiosen Aufnahmen) über Geschlechterverhältnisse und patriarchale Gewalt. Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch (via Zoom) mit Sandra Hüller. Auch am Mittwoch und Donnerstag.
Kreisky verbindet klare Sprache mit kantigem Sound. Die Band arbeitet mit Wiederholungen, direkter Beobachtung und lakonischem Witz. Ihre Stücke wirken wie zugespitzte Kommentare zum Alltag, getragen von einer rauen, präzisen Energie, die ohne Pathos auskommt. Sie sind wieder da, mit mehr dB und unterwegs in Österreich. Das Konzert ist ausverkauft, es gibt jedoch einen Live-Stream auf ORFIII.
Das Wiener Rathaus feiert seinen Architekten Friedrich von Schmidt mit einer Ausstellung der Wienbibliothek. Gezeigt werden Entwürfe, Modelle, historische Objekte und Plakate. Auch die originalen Bibliotheksräume von 1886 öffnen sich und präsentieren 140 Jahre Rathausgeschichte. Zu sehen bis 30.4.
Nach ihrem gefeierten Debüt legt Felicitas Prokopetz ihren zweiten Roman vor. Die Biologin Viktoria erforscht Raben und verliebt sich in einen jüngeren Mann. Als ein handaufgezogener Rabe ihr etwas mitzuteilen scheint, gerät sie in einen Konflikt, der ihre langjährige Freundschaft mit Helene gefährdet. Gespräch mit Sirka Elspaß.
Tomer Gardis "Liefern" erzählt von der prekären Lage von Essenslieferant:innen zwischen Eritrea, Berlin, Tel Aviv und Istanbul. Mercedes Spannagels "Crashtest Dummies" folgt einer Ingenieurin in der Automobilindustrie, die unter neoliberalem Leistungsdruck in eine Konkurrenzsituation gedrängt wird. In beiden Romanen spielt die Arbeitswelt also eine wichtige Rolle.
Im Rahmen des Ö1 Jazztags treffen zwei Acts im Treibhaus Innsbruck aufeinander, die mit Jazz im engeren Sinn nur am Rand zu tun haben: Manu Delago & Max ZT mit stiloffener Kammermusik zwischen Handpan und Hackbrett sowie Yasmo & die Klangkantine mit kraftvollem Rap und frechen Texten. Live ab 19:30 dort, aber auch auf OE1 (https://oe1.orf.at/jazztag).
Zum dritten Mal verwandelt das Strafiato Festival Innsbruck in eine Bühne für urbane Blasmusik. Acht Streetbands mit über 200 Musiker:innen aus Italien, Frankreich, Belgien und Deutschland bespielen vom 1. bis 3. Mai den öffentlichen Raum. Kostenlos, laut und jenseits vom Mainstream. Eine Liebeserklärung an Leben und Demokratie. Michael Neuhauser hat in den OE1-Spielräumen eine Sendung über das "Streetnoise Orchestra" gestaltet: Fröhlich, laut und ohne Gleichschritt
Das Pratermuseum öffnet an diesem Wochenende nicht nur die Türen, sondern wartet auch mit unzähligen Führungen und Veranstaltungen auf. Diese reichen von Führungen zur Geschichte des Praters oder wie der Prater sich in die Kulturgeschichte Wiens (Literatur, Film und Musik) eingeschrieben hat. Ein wahrlich abwechslungsreiches Programm & das alles bei freiem Eintritt!
Comiczeichner, Monty-Python-Mitglied, Opernregisseur und Filmemacher: Terry Gilliam hat Hollywood stets den Rücken gekehrt und dabei Kultwerke wie Brazil oder Fear and Loathing in Las Vegas geschaffen. Eine Doku über einen Regisseur, der Konventionen nicht bricht, sondern sie gar nicht erst wahrnimmt. In der arte.tv Mediathek bis 2.5.2026
Grace (Nicole Kidman) ist auf der Flucht und kommt in ein abgelegenes amerikanisches Bergdorf und wird zunächst aufgenommen. Doch die Bewohner nutzen ihre Abhängigkeit zunehmend aus. Lars von Trier inszeniert auf nahezu leerer Bühne mit aufgemalten Grundrissen ein minimalistisches Drama darüber, wie schnell Hilfsbereitschaft in Ausbeutung umschlagen kann.
Pedro Almodóvars grelle Großstadtkomödie wirbelt durch ein Madrid voller Telefonkabel, Affären und Missverständnisse. Während Pepa verstehen will, warum ihr Liebhaber Iván sie verlassen hat, kippt jede Begegnung ins Chaos. Tempo, Witz und Melancholie machen den Film zum Klassiker.