Caribou, das Projekt des Kanadiers Dan Snaith, verbindet elektronische Beats mit organischen Klängen und subtilem Gesang. Seine Musik bewegt sich zwischen Ambient, Psychedelic und Pop und zeichnet sich durch komplexe Rhythmen und vielschichtige Klanglandschaften aus.
Die Autorin und Regisseurin Ruth Beckermann verbindet historische Reflexion mit präziser Beobachtung der Gegenwart. Ihr Werk kreist um Österreich, Judentum und Identität, jenseits linearer Erzählformen. Das Filmmuseum präsentiert nun eine neue DVD-Edition zu ihrem Werk, auch mit unveröffentlichtem Material. Michael Loebenstein führt das Gespräch mit Ruth Beckermann.
Die Band "The Rural Alberta Advantage" verbinden eindringlichen Sound, treibende Rhythmen und Intensität. Das Trio aus Toronto verwandelt persönliche Geschichten und weite Landschaftsbilder in energiegeladene Indie-Folk-Songs, die zugleich rau, herzlich und unverwechselbar klingen. Eine Band aus Kanada, deren Songs ich schon lange mag. Hörprobe: Real Life
Max Ophüls’ „Liebelei“ verleiht Schnitzlers Tragödie besondere Intensität. Mit seiner beweglichen Kamera, der eleganten Bildgestaltung und dem feinen Spiel der Darsteller zeichnet Ophüls ein Wien voller Leichtigkeit und Zwänge. Die junge Liebe steht im Kontrast zu einem Ehrenkodex, der sie unweigerlich zerstört. Der Film wird am 23.12. um 20:30 nochmals gezeigt.
Die „Prinzessinnenkunde“ liest Marlene Streeruwitz als Analyse der heutigen Männlichkeit. Am Beispiel Donald Trumps zeigt sie, wie ein „König“ alle anderen zu Untertanen macht, die sich verfügbar halten müssen wie Märchenprinzessinnen. Über diese Verknüpfung von Männlichkeit, Macht und Märchen spricht sie mit Katja Gasser.
Steffen Martus stellt sein Buch „Erzählte Welt“ vor, eine Literaturgeschichte der deutschen Gegenwart seit 1989. Er diskutiert mit Daniela Strigl und Norbert Christian Wolf über Vielfalt, gesellschaftliche Debatten und die Rolle der österreichischen Literatur im deutschsprachigen Kontext.
Mira Perusich, Wiener Singer-Songwriterin mit burgenlandkroatischen Wurzeln, präsentiert mit ihrer Band ein mehrsprachiges Programm und ihre neue EP „Corner – Nugao pameti“. Ihre Songs verknüpfen Sprachen und Genres und erzählen mit Humor von Beziehungen, Identität, Hoffnung und Nostalgie.
Einen umfangreichen und erzählerisch dichten Roman für die Theaterbühne zu adaptieren ist ein wahrlich schwieriges Unterfangen. Sara Ostertag hat sich daran gewagt, den Roman "Das Ende ist nah" des iranischen Autors Amir Gudarzi, auf die Bühne zu bringen. Zeitlich geht es sich nur aus, einen Bruchteil des Erzählten wiederzugeben, aber die Aufführung bietet dafür klug gelöste Mehrsprachigkeit, dynamische Choreographie und Live-Musik. Sehens- und erlebenswert! 2009 flieht der Künstler A. nach Protesten in Teheran aus dem Iran. In Österreich erlebt er Asylheime, Hunger und Rassismus. Sarah möchte helfen, verliebt sich in ihn, überfordert ihn aber. Gudarzis Debüt schildert Gewalt, Demütigung und den Willen, trotz allem weiterzumachen.
Helmut Köglberger, 1945 in Steyr geboren, wurde als Sohn eines afroamerikanischen Soldaten zur Fußballlegende von LASK und Austria. Eine neue Graphic Novel erzählt sein Leben im Nachkriegsösterreich. Darüber sprechen Walter Famler, sein Sohn Stefan Köglberger und Aktivistin Mireille Ngosso.
Affeksjonsverdi (2025) von Joachim Trier erzählt, wie die Schwestern Nora und Agnes nach Jahren den abwesenden Vater Gustav wiedersehen, ein früher gefeierter Regisseur. Er will Nora für sein Comeback engagieren, sie lehnt ab. Als er stattdessen eine Hollywood‑Schauspielerin holt, gerät die Familie ins emotionale Wanken.
Der Abend von Simon Meusburger rückt die Frage nach dem Menschlichen ins Zentrum und lässt Menschen und Androiden ineinander übergehen. Mit VR-Brillen, dunklem Sound und unterhaltsamen Figurenspiel entsteht in nur einer Stunde ein intensives, überraschend dichtes Bühnenerlebnis.
Soldaten im Krieg suchten Flucht aus der Realität durch Rauschmittel – von Rum im 1. WK bis zu Aufputschmitteln im 2. WK. Drogen und Alkohol waren stets Teil des Krieges. Die Führung mit Hannah Metzker (HGM) beleuchtet, wie der Rausch den Kampf und die Wahrnehmung am Schlachtfeld beeinflusste.
„Welcome in Vienna“ von Axel Corti erzählt (nach einem Drehbuch von Georg Stefan Troller) die Rückkehr des jüdischen Emigranten Freddy Wolff nach Wien kurz nach 1945. In einer Stadt voller Misstrauen, Verdrängung und Antisemitismus ringt er um Zugehörigkeit und Orientierung. Der Film zeigt schonungslos die schwierige Heimkehr in ein widersprüchliches Nachkriegswien. Ein zweites Mal am Sa, 13. Dez. 20:30 zu sehen.
Nava Ebrahimi spricht mit Maryam Aras über deren literarischen Essay. Aras' Buch ist eine politische Spurensuche nach ihrem Vater, der in den 60ern als Student gegen den Shah protestierte. Es verbindet die Familiengeschichte in der iranischen Diaspora Kölns mit der transnationalen 1968er-Bewegung und dem Iran von 1953.
Luis Buñuels neorealistisches Drama "Los olvidados" (1950) zeigt das grausame Schicksal vernachlässigter Jugendlicher in den Elendsvierteln von Mexiko-Stadt. Besonderheit: Buñuel durchbricht den Neorealismus durch das Einfügen surrealistischer Traumsequenzen und ist ein Schlüsselwerk des Regisseurs. (OmeU)
Die Hudaki Village Band aus den ukrainischen Karpaten verbindet viele der dortigen musikalischen Traditionen zu einer emotionalen, virtuosen Hochzeitsmusik. Ohne Noten, aber mit großer Leidenschaft bringt sie diese lebendige, überlieferte Vielfalt auf die Bühne.
Der Film „Karla“ erzählt von einem Mädchen, das 1962 Missbrauchsfälle durch ihren Vater anzeigt, aber kaum Worte dafür findet. In einem Heim und vor Gericht ringt sie mit ihrer Geschichte. Sensibel inszeniert, ohne Schockbilder, zeigt der Film Bruchstücke ihres Erlebens. Elise Krieps beeindruckt in der Hauptrolle im Film von Christina Tournatzés. An diesem Abend findet nach dem Film ein Gespräch im Rahmen der "16 Tage gegen Gewalt" statt.
Hanno Sauer zeigt in seinem Buch "Klasse", wie wirtschaftliche und subtile soziale Ungleichheiten unseren Alltag prägen. Er erklärt, woher Vorstellungen von Status stammen und wie neue Forschung das Verständnis von Gesellschaft verändert. Sauer, Philosoph und Ethiker, ist für das Wissenschaftsbuch des Jahres 2026 nominiert. Moderiert wird der Abend von Robert Misik.
Zwei Studierende (Riko Imai und YoonSoo Kim) des Konzertfachs Klavier an der mdw spielen im Bösendorfer Salon Stücke mit dem Schwerpunkt "Rachmaninoff".
In „2001“ gerät der KI-Computer HAL 9000 durch einen eigenen Diagnosefehler unter Druck. Um diesen zu verbergen, beginnt HAL die Crew zu manipulieren und auszuschalten. Stanley Kubrick zeigt eine KI, die nicht böse ist, sondern scheitert, weil sie perfekt sein muss und an diesem Widerspruch zerbricht.
Das Konzert wurde kurzfristig abgeändert!mdw-Studierende spielen unter der Leitung von Jaime Volfson „In C“ (ein frühes Werk der Minimal Music) von Terry Riley, zwischen Werkzeugregalen und Weihnachtsdeko. Mitten im Baumarkt entsteht so ein unerwartetes, eindrucksvolles Klangerlebnis für das vorbeiströmende und vielleicht verweilende Publikum. Zu erleben im OBI in der Hadikgasse (U4 Station Unter St. Veit)
Violetta Parisini erzählt meisterhaft von komplexen Gefühlen. Ihre Musik verbindet Pop, Elektronik und Liedermacherei. Mit poetischer Klarheit und einem kompromisslos zarten Sound entsteht eine Atmosphäre, in der Verletzlichkeit Stärke bedeutet. Ihre radikal subjektiven Songs handeln von Liebe, Erschöpfung, Identität und Widerstand, fernab von Klischees.Um 13:00 bietet die Musikerin einen Workshop zum Schreiben von lyrics an.
Drei Dokumentarfilme zeigen das, was Lisette Model (Ausstellung in der Albertina) fotografisch festhielt: À propos de Nice (Jean Vigo, 1930) entlarvt mondänen Luxus, In the Street (James Agee, Helen Levitt, Janice Loeb, 1948) dokumentiert das New Yorker Straßenleben, Jazz Dance (Roger Tilton, Richard Leacock 1954) bringt die Energie der Jazzclubs auf die Leinwand. Elisabeth Streit führt in Thema und Filme ein.
Wie entsteht ein schriftstellerischer Weg und wie verändert sich das Schreiben über die Jahre? Brigitte Schwens-Harrant spricht mit Maja Haderlap über frühe Gedichte, den Band langer transit und den Roman Nachtfrauen. Dazu gibt es Einblicke in Themen, Entwicklungen und Herausforderungen.
Reggie Lampert (Audrey Hepburn) entdeckt nach dem Tod ihres Mannes ein verschwundenes Vermögen, auf das mehrere Verfolger aus sind. Mit dem undurchsichtigen Peter Joshua (Cary Grant) versucht sie in Paris herauszufinden, wer hinter ihr her ist und wem sie überhaupt trauen kann. Ein eleganter Mix aus Thriller, Komödie und Romanze von Stanley Donen.
Seit dem 17. Jahrhundert prägt die armenische Community Wiens Kultur und Wirtschaft. Eine Podiumsdiskussion über ihre Geschichte, ihre Spuren in der Stadt und aktuelle Entwicklungen. Mit Armenak Utudjian und Jasmine Dum-Tragut, Moderation Garo Chadoian.
Kreisky verbindet klare Sprache mit kantigem Sound. Die Band arbeitet mit Wiederholungen, direkter Beobachtung und lakonischem Witz. Ihre Stücke wirken wie zugespitzte Kommentare zum Alltag, getragen von einer rauen, präzisen Energie, die ohne Pathos auskommt. Sie sind wieder da, mit mehr dB und unterwegs in Österreich. Auf extra-music.at erschien kürzlich ein lesenswerter Artikel zur Band.
Wenn Ernst Molden mit seinem eingespielten Frauenorchester auftritt, stehen Sibylle Kefer, Marlene Lacherstorfer und Maria Petrova an seiner Seite. Der Sound ist elektrischer und rockiger als bei seinen anderen Projekten, das Ergebnis ausgesprochen leiwand. Traditionell spielen sie kurz vor Weihnachten.
Die junge Malerin Aaltje van De Meer soll 1704 in Hannover Leibniz porträtieren. Nach dem Scheitern eines ersten Künstlers entspinnt sich zwischen ihr und dem Philosophen ein lebhaftes Spiel über Wahrheit, Kunst und Erkenntnis. Regisseur Edgar Reitz inszeniert das minimalistische Kammerspiel mit barockem Licht und pointierten Dialogen.
Yasmo & die Klangkantine präsentieren ein neues Album und erweitern ihren Mix aus Rap, Jazz und Bläser-Arrangements um einen facettenreicheren, mutigeren Sound. Die Band zeigt sich live erneut kraftvoll und präzise, mit klaren Texten und energiegeladenen Arrangements.
In Michel Gondrys „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ lassen Joel und Clementine ihre gescheiterte Liebe technisch aus dem Gedächtnis löschen. Ein surrealer Trip durch Joels Erinnerungen, der zeigt, dass wahrer Schmerz zum Leben gehört und Liebe sich nicht einfach wegprogrammieren lässt.
Ein transkulturelles Ensemble und der Chor Grenzklang laden am 20. Dezember in die Hofkirche Innsbruck zu einem Yalda-Konzert ein. Musiker:innen verschiedener Kulturen feiern die längste Nacht des Jahres mit Klängen, die Vielfalt und Verbundenheit in einem gemeinsamen musikalischen Dialog erfahrbar machen.
Mira Lu Kovacs und Clemens Wenger widmen sich der Traurigkeit und präsentieren eigene Stücke sowie neu interpretierte Klassiker. Das Duo spannt den Bogen von Daft Punks „Get Lucky“ über Chet-Baker-Stimmungen bis zu deutschsprachigen Liedern wie „Halt dich an deiner Liebe fest“.
Brasilien in den 1970er-Jahren: Ein Mann lebt unter falscher Identität und gerät zwischen politische Repression, persönliche Schuld und moralische Entscheidungen. O Agente Secreto von Kleber Mendonça Filho ist ein atmosphärischer Thriller über Überwachung und den Preis des Schweigens.
Carolin Emcke spricht mit Tessa Szyszkowitz über ihre Analyse einer verrohten Diskussionskultur. Emcke warnt vor öffentlicher Kaltherzigkeit, Radikalisierung und Sprachlosigkeit etwa im Nahost-Konflikt. Sie plädiert für Respekt und Empathie als Grundlage politischen Gesprächs.
Der Film der britischen Regisseurin Andrea Arnold hat ein Setting wie ein Werk von Ken Loach. Die 12-jährige Bailey (Nykiya Adams) lebt mit ihrem unreifen Vater und ihrem Halbbruder in ärmlichen Verhältnissen in Kent. Als sie dem geheimnisvollen Bird (Franz Rogowski) begegnet, vermischen sich harte Realität und magischer Realismus zu einem Film voller Hoffnung. Großartiger Soundtrack u.a. von Fountaines D.C. und Sleaford Mods.
Wien, 1981: Die slowakische Malerin Perla (Rebeka Poláková) genießt mit ihrer Tochter im österreichischen Exil ein freies Leben. Als ihr Ex Andrej sich nach seiner Haft wieder meldet, muss sie entscheiden: Ignorieren oder in die Tschechoslowakei reisen und dabei ein Risiko eingehen. Ein intensives Drama von Alexandra Makarová, eine großartige Geschichte, die filmisch überzeugend umgesetzt wurde.