Wilfried Haukes Dokumentarfilm beleuchtet Astrid Lindgrens politische und pazifistische Seite anhand ihrer Kriegstagebücher (1939–1945). Die Verknüpfung von Archivmaterial, Interviews und Spielszenen zeigt, wie sie private Krisen und den Terror des Weltkriegs verarbeitete. Zudem wird die Entstehungsgeschichte von Pippi Langstrumpf beleuchtet, die als Geschichte für ihre kranke Tochter begann.
Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages öffnet das Haus der Geschichte Österreich seine Türen am 27. Jänner kostenfrei. Um 11, 14 und 17 Uhr bietet das Haus kurze Führungen durch die Hauptausstellung eine Einführung zu den Themen Holocaust und Erinnerung.
Die Ausstellung "Du sollst dir ein Bild machen" im Künstlerhaus wurde als blasphemisch kritisiert und ihre Schließung gefordert. Während die Kunstfreiheit in Österreich verfassungsrechtlich geschützt ist, steht ihr die Verletzung religiöser Gefühle gegenüber. Trotz kuratorischer Bemühungen um Dialog entstanden Konflikte. Diskutanten: Jan Ledóchowski, Günther Oberhollenzer, Deborah Sengl.
In „Ausdauer. Die DNA der Demokratie“ beschreibt Solmaz Khorsand die Schönheit politischer Mechanismen. Im Gespräch mit Stephanie Fenkart erklärt sie, warum Demokratie ein Marathon statt eines Sprints ist und öde Prozesse essenziell für ihre DNA sind. Der Vortrag über das Durchhalten in der Politik ist auch via Livestream verfügbar.
Das Alma Rosé Institut erinnert mit einem Konzert an das Leben der Wiener Geigerin Alma Rosé (1906–1944). Studierende und Dozierende spielen Werke von Komponist*innen wie Hans Gál und Erwin Schulhoff. Die Veranstaltung würdigt Rosés Wirken als Dirigentin des Frauenorchesters in Auschwitz-Birkenau.
El Alberto, ein kleines indigenes Dorf in Mexiko, kämpft mit Abwanderung und droht zur Geisterstadt zu werden. Um zu überleben, erfinden die Dorfbewohner ein makabres Rollenspiel: Touristen können eine nachgestellte, illegale Grenzüberquerung in Richtung USA erleben – mit Schleppern, Drogenhändlern, Grenzbeamten und dramatischer Inszenierung von Entbehrung und Gewalt. Clara Trischler (Regie) verwebt dabei die touristische Inszenierung mit echten Schicksalen der Menschen vor Ort.
In „Schleifen“ erzählt Elias Hirschl von Franziska Denk, die jedes Symptom entwickelt, von dem sie hört. Mit dem Mathematiker Otto Mandl flüchtet sie in eine obsessive Suche nach der perfekten Sprache, um sich gegen die Welt zu immunisieren. Hirschl präsentiert sein neues Buch im Literaturhaus Wien. Moderiert wird der Abend von Matthias Seier.
Martina Wörgötter präsentiert ihre Edition von Ingeborg Bachmanns experimentellem Werk „Ein Ort für Zufälle“ (1965), basierend auf der Büchner-Preis-Rede. Die Ausgabe bietet Hintergründe und neues Archivmaterial. Es liest Dörte Lyssewski, Moderation: Ursula Ebel.
Edwyn Collins veröffentlicht am Freitag sein elftes Studioalbum „Nation Shall Speak Unto Nation“ auf AED Records. Das in Schottland produzierte Werk umfasst elf Titel. Ende Januar 2026 präsentiert der Musiker das Album sowie seine Hits im Rahmen seiner Abschiedstournee live in Wien, Linz und Dornbirn.
Regisseurin Cherien Dabis zeichnet die Geschichte von drei Generationen einer palästinensischen Familie zwischen 1948 und 2022 auf: Vertreibung, Alltag und die Frage nach Heimat. Dabis verbindet persönliche Schicksale mit politischer Realität: ohne Beschönigung, aber mit Blick auf Menschlichkeit. In den Kinos seit 16.1.26.
Viscontis werkgetreue Camus-Adaption ist visuell beeindruckend und wie der emotional distanziert erzählt. Marcello Mastroianni verkörpert Meursaults Apathie mit meisterhafter Zurückhaltung. Die existenzielle Leere ist spürbar, Visconti inszeniert in kargen, sonnendurchfluteten Bildern. Der Vergleich zur aktuellen Verfilmung von Ozon ist hochinteressant.
Der Film "Stoff - Ein Spitzengeschäft" verbindet Stoffmärkte in Lagos, Stickereifabriken in Lustenau und die historischen Wurzeln europäischen Reichtums. Er beleuchtet Frauen, Machtverhältnisse und koloniale Strukturen, die Afrika und Europa bis heute prägen.
Thomas Feuerstein präsentiert im MQ Freiraum seinen Werkzyklus METABOLICA (seit 2017). Algen, Bakterien und Bioreaktoren werden zu Mitakteuren einer molekularen Fabrik. In fünf Kapiteln verknüpft die Schau Kunst und Wissenschaft, Stoffwechselprozesse und Nachhaltigkeit zu einer vielschichtigen Reflexion. Die Ausstellung ist bis 1.2. zu sehen. Am Montag ist der MQ Freiraum nicht geöffnet.
Gespräch mit der Wiener Schriftstellerin Teresa Präauer über Kunst, Literatur und die Welt. Die preisgekrönte Autorin (u.a. Bremer Literaturpreis 2024, Erich-Fried-Preis) spricht mit Markus Kupferblum über ihre Arbeit. Ein heiterer Vormittag mit Literatur, Gedanken und Musik im Porgy und Bess.
Regisseur Bernd Liepold-Mosser analysiert in "Eskalationsmaschinen. Eine Sprachoper" die Sprache der Rechten. Drei Schauspielerinnen präsentieren Parolen über Remigration und Wokeness, begleitet von Clara Luzias Live-Musik. Tragikomisch zeigt die Inszenierung, wie radikale Gedanken subtil normalisiert werden.
Marko Dinićs Roman Buch der Gesichter erzählt in vielstimmiger, nicht-linearer Form vom jüdischen Schicksal im ehemaligen Jugoslawien. Im Zentrum steht Isak Ras, der als Kind von seiner Mutter verlassen wurde und Jahrzehnte später versucht, seine Identität wiederzufinden, verkörpert in einer alten Haggada. Ein eindringliches Panorama über Erinnerung, Verlust und kulturelle Auslöschung. Der Abend wird von Joe Rabl moderiert.
Nach 25 Jahren verliert Papierfachmann Man-su seinen Job. Wiederholte Demütigungen im Bewerbungsprozess und die damit zusammenhängende Automatisierung treiben ihn zu einer grotesken Lösung: Er ködert Konkurrenten mit Fake-Stellenanzeigen und eliminiert sie. Park Chan-wook inszeniert eine grelle, dunkelsatirische Thriller-Parabel über Arbeit, Männlichkeit und moralischen Zerfall. Offizieller Kinostart in Österreich am 6.2.2026.
Fünf Städte, fünf Taxis, eine Nacht: Jim Jarmuschs Episodenfilm "Night on Earth" ist ein Kultklassiker über zufällige Begegnungen im urbanen Halbdunkel. Von Los Angeles bis Helsinki wird die Taxikabine zur Bühne für skurrile Dialoge und tiefe Melancholie. Ein atmosphärisches Panorama menschlicher Existenzen, das Nähe und Distanz perfekt einfängt. Mit einer Einführung von Otto Römisch.
Im Irak des Jahres 1991 muss die neunjährige Lamia für eine Schulfeier einen Kuchen backen. Mit Klassenkamerad Saeed jagt sie nach Mehl, Zucker und Eiern in Hinterhöfen und Amtsstuben, handelt, bettelt, scheitert. Eine episodische Kinder-Odyssee über Knappheit, Angst, Korruption und leise Solidarität unter Saddams Blicken. Ein Debutfilm von Hasan Hadi.
Die schwedische Musikerin Anna von Hausswolff präsentiert mit "Iconoclasts" ihr sechstes Album. Zwischen Pfeifenorgel, hallenden Trommeln und Saxophon-Trillern entfaltet sich eine warme Klangwelt voller Intensität. Mit Gästen wie Iggy Pop und Ethel Cain erforscht sie Themen wie Liebe, Freiheit und das Göttliche.
Die Jugendstilvilla Langmatt im schweizerischen Baden, heute als Museum geführt (derzeit in Renovierung), war Wohnsitz von Jenny und Sidney Brown und Zentrum ihrer Kunstleidenschaft. Ab 1907 sammelten sie Cézanne, Monet, Cassatt, Pissarro; ihr Fokus lag jedoch auf Renoir. So entstand eine repräsentative Kollektion des schweizerischen Paares. Nun sind die Sammlungsstücke der Browns im unteren Belvedere zu sehen. Die Ausstellung ist bis 8.2.2026 zu sehen.
Die Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ erkundet die Imaginationskraft religiösen Erlebens und ihre Spiegelung in der christlichen Bildtradition. Zeitgenössische Künstler*innen nähern sich diesen Motiven kritisch, humorvoll oder feministisch und eröffnen neue Perspektiven auf Glauben und Kunst.
Die Sonntagsmatinee UNGESCHMINKT im Theatermuseum: Hannes Hametner spricht mit Caroline Peters über ihre Figuren zwischen literarischem Text und Gegenwart, über Humor, kreative Prozesse und ihren Roman Ein anderes Leben. Ein Gespräch über Theater, Schreiben und künstlerische Haltung.
Drei Frauen namens Cissie Colpitts ertränken nacheinander ihre Ehemänner. In "Drowning by Numbers" verbindet Peter Greenaway Märchenmotive, schwarzen Humor und strenge formale Regeln. Die Zahlen 1 bis 100 tauchen im Bild auf und strukturieren ein Spiel aus Ritual, Schuld und Wiederholung.
Laura Anninger, ausgezeichnete Klima- und Wissenschaftsjournalistin (u. a. Die Zeit, SZ, Falter, Datum), stellt ihr Buchdebüt "Schnee von morgen" vor. Im Gespräch geht es um die Folgen der Klimakrise und die Frage, wie man darüber informiert, ohne abzuschrecken.
Martin Puntigam spricht über Wissenschaftsvermittlung zwischen Humor und Aufklärung. Ausgehend von seinem Buch „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ geht es im Gespräch mit Werner Michael Schwarz um verständliches wissenschaftliches Denken, von Otto Neuraths Bildpädagogik bis zur heutigen Mediengesellschaft.
Dominik Hruza präsentiert im Gespräch mit Marina Rauchenbacher die Comicreihe "Nick Random", Österreichs erste KI-generierte Serie. Thema sind Hyperrealität, Erinnerung und dystopische Städte. Der Fokus liegt auf künstlerischer Auseinandersetzung mit generativer KI und Fragen von Autor:innenschaft und Kreativität.
Auf einer Alm begegnen sich zwei Fremde. Ein Erzähler berichtet von rätselhaften Vorfällen in Südtirols Bergen, verschwundenen Touristen und dunklen Verdachtsmomenten. Josef Oberhollenzer verbindet in seinem neuen Roman "Sellemond oder Von der Schwierigkeit, Touristen zu töten." Ironie, Heimatkritik und Spannung. Moderiert wird der Abend von Maria Piok.
Der kanadische Singer-Songwriter Noah Derksen aus Winnipeg verbindet Folk, Country und Indie zu leisen, zugleich großen Songs. Aus Alltagsbeobachtungen formt er berührende Geschichten über Nähe, Gemeinschaft und Sehnsucht und zählt damit zu den eigenständigsten Stimmen seines Landes. Noah Derksen - Walking Home (feat. FONTINE) (Official Video)
Renate Welsh liest aus Ich fall mir selbst ins Wort, der erweiterten Fassung ihres Jugendbuchs Dieda oder das fremde Kind. Margit Schreiner und Elke Laznia präsentieren literarische Respondenzen zu Welshs Werk. Moderation: Hanna Prandstätter.
Michel Munier verbringt Nächte verborgen in den Vogesen, um Füchse, Hirsche und den seltenen Auerhahn zu beobachten. Gemeinsam mit Sohn und Enkel wird daraus eine stille, generationenübergreifende Reise in die Tierwelt und die poetische Nähe zur Natur.
Eine groteske Sprachorgie über Gewalt, Hass und Verrohung: In einer verdreckten Wohnung entlarvt Werner Schwab das kleinbürgerliche Milieu als moralisch zerstört und zeichnet ein bitter-komisches Bild gesellschaftlicher Verwahrlosung, das bei aller Härte auch von Menschlichkeit erzählt. Regie von Fritzi Wartenberg und ein aberwitziges Bühnenbild von Jessica Rockstroh. Es gilt nicht die Unschuldsvermutung, sondern die Restkartenhoffnung.
MIKK stellt ihre neue EP "Reverberations" vor. Die Songs bewegen sich zwischen Folktronica und Indie-Pop, geprägt von ihren Jahren in Großbritannien. Inhaltlich geht es um Prozesse des Loslassens sowie um Wut, Verletzlichkeit, Einsamkeit und Selbstermächtigung. MIKK "Stay Close"
Der Film "The Voice of Hind Rajab" ist ein Dokudrama der Regisseurin Kaouther Ben Hania. Sie zeigt, wie Mitarbeiter des Palästinensischen Roten Halbmonds versuchen, die fünfjährige Hind Rajab zu retten, die in einem Auto unter israelischem Beschuss gefangen ist. Der bewegende Film verwendet die originalen Audioaufnahmen von Hinds Notrufen.
Darling West verbinden akustische Instrumente mit elektrischer Energie und mehrstimmigem Gesang. Das norwegische Duo tourt seit Jahren durch Europa und die USA. Ihr Spiel ist präzise und kraftvoll zugleich. Manchmal werden sie mit Fleetwood Mac verglichen. Support: Kathrina Hughes
Paterson fährt Bus in Paterson, New Jersey, und schreibt Gedichte. Seine Freundin Laura träumt von Cupcakes und Gitarre. Der Film folgt einer Woche voller kleiner Rituale: Frühstück, Busfahrt, Poesie im Kopf, abends Gassi mit dem Hund, ein Bier in der Bar. Jim Jarmuschs stille Hymne auf Alltag, Kreativität und die Schönheit wiederholter Momente: meditativ und zärtlich.
Die freie Hörspielszene boomt. Beim 22. Kurzhörspielwettbewerb Track 5’ von Ö1 und der schule für dichtung waren max. fünf Minuten lange Hörstücke mit Originalton und dem Satz „Schließ die Augen!“ gesucht. Die Top 10 werden vorgestellt, die Sieger am 27. Februar 2026 bei der Ö1-Hörspiel-Gala gekürt.
Alhierd Bacharevičs »totaler Roman« über verschrobene Gestalten quer durch Europa: Maŭčun träumt vom Flug gen Westen, Ermittler Skima folgt rätselhaften Spuren durch ein Netzwerk von Buchhandlungen, Misanthrop Oleg erfindet die Sprache Balbuta. Sie alle überwinden Grenzen, während die Kettenhunde immer lauter bellen. Ein europäischer vorausahnender Roman von 2017, der in Belarus verboten ist. Moderation: Katja Gasser.
Martina Clavadetscher legt in Die Schrecken der anderen alte Lasten einer Schweizer Dorfgemeinschaft frei, bis hin zu NS-Ideologien. Anna Weidenholzer untersucht in Hier treibt mein Kartoffelherz mit Witz und Poesie unterschiedliche Formen des Zusammenlebens, während der Alltag zu entgleiten droht. Moderation: Klaus Zeyringer. Ein literarischer Grenzgang, besonders für Faschingsmuffel geeignet.
Die Grünen Wien laden am 19.2. zum Kultur-Empfang ins Rathaus. Motto: "Kultur unter Druck – Strategien der Selbstbehauptung in Zeiten des Rechtsrucks". Expert:innen diskutieren über Aufführungsverbote, Zensur und demokratische Kulturarbeit. Mit Keynotes zu Ungarn (Marsovszky) und Steiermark (Primas), Podium u.a. mit Michal Hvorecký, Kian Kaiser, Tanja Prušnik. 16-21 Uhr, Wappensaal.
Iris, Schriftstellerin auf Reisen, lebt mit Künstler Anton eine Beziehung auf Abmachungen, auch sexuell geprägt von Gewalt und Unterwerfung. Während sie über Hexenprozesse schreibt, drängen Kindheitserinnerungen an die Oberfläche. Laura Freudenthaler fragt: Wie sind Gewalterfahrungen über Generationen in Frauenkörper eingeschrieben? Wie entkommen wir ihnen? Manfred Müller führt ein Gespräch mit der Autorin.
MAIIJA (Marilies Jagsch) präsentiert ihr Album "What if" – ein vielschichtiger Raum voller Fragen zwischen Verletzlichkeit und Aufbruch. Sie verarbeitet persönliche Erfahrungen mit Endometriose und kollektive Herausforderungen wie Klimawandel. Musikalisch verschmelzen Stimme, Gitarre und elektronische Elemente zu einer Klangwelt zwischen intensiven Ausbrüchen und fragilen Passagen.
Lucid Duo mit Irena Manolova und Tomasz Goliński verbindet Marimba-Spiel mit elektronischen Klängen. Ihre Performances bewegen sich zwischen Neoklassik, Klangkunst und Filmmusik. Im Projekt „Sonic Synergy“ kombinieren sie zwei Marimbas mit elektronischen Texturen zu einem audiovisuellen Format, in dem akustische und digitale Elemente ineinandergreifen.
Die Hauptbücherei zeigt gemeinsam mit der typographischen gesellschaft austria die 23. Ausgabe der Ausstellung »Die schönsten Bücher …« mit sieben Nationen, heuer erstmals dabei: Slowenien. Eröffnung mit einem Buchgespräch von Christine Zmölnig, weitere Gespräche folgen im Jänner und Februar 2026. Die Ausstellung ist bis 21.2.2026 zu sehen.
Die ALBERTINA zeigt eine umfassende Retrospektive der aus Wien stammenden Fotografin Lisette Model (1901–1983) mit Werken von 1933 bis 1959. Neben ikonischen Aufnahmen wie Coney Island Bather sind selten gezeigte Arbeiten zu sehen, ebenso der Originalentwurf ihrer Fotobuch-Monografie von 1979. Die Ausstellung ist bis 22.2.2026 zu sehen.
Bruce Gilden gehört zu den prägenden Stimmen der Street Photography. Seit fünf Jahrzehnten porträtiert er mit radikaler Nähe Menschen am Rand der Gesellschaft. Der Autodidakt aus Brooklyn ist seit 1998 Magnum-Mitglied. WestLicht zeigt 2025 seine erste Einzelausstellung in Wien.
Ildikó Enyedis "Silent Friend" verbindet drei Episoden über 112 Jahre um einen Ginkgobaum in Marburg: 1908 forscht Grete als erste Studentin zu Pflanzen, 1972 will Gundula pflanzliche Wahrnehmung beweisen, 2020 untersucht Neurowissenschaftler Tony den Baum. Eine zärtliche, sinnliche Utopie über Verständigung über Zeit und Raum hinweg.
Regisseur Igor Bezinović untersucht die Geschichte seiner Heimatstadt Rijeka (italienisch Fiume) nach dem Ersten Weltkrieg, als die Hafenstadt von italienischen Milizen unter Dichter Gabriele D'Annunzio 15 Monate besetzt wurde. Kroatiens Oscar-Beitrag lässt diese ernüchternde Momentaufnahme des frühen europäischen Faschismus mit fantasievollen Stilmitteln lebendig werden.
Schlafprobleme und ihre Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden sind Thema beim „Am Puls"-Talk. Schlafforscherin Ambra Stefani und Hans-Joachim Strokosch von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich sprechen über Strategien für erholsamere Nächte.
Auch 100 Jahre nach Erscheinen bleibt Schnitzlers Novelle brisant: Else soll für ihre Eltern Geld von einem Kunsthändler erbetteln, der sie skrupellos ausnutzen will. Leonie Böhm inszeniert die Geschichte als Solo mit Julia Riedler im Hier und Heute.
Frachild ist eine vierköpfige Indie-Band aus Wien. Melancholische Gitarrenmelodien verschmelzen mit drei charakteristischen Stimmen zu einem atmosphärischen Sound. Die Band, die seit 2021 gemeinsam musiziert, verbindet inspirierte Instrumentierung mit poetischen Texten über persönliche Themen.
Armin Thurnher präsentiert sein Buch „Unsternstunden der Menschheit“ und spricht mit Markus Marterbauer über politische und mediale Wendepunkte, die die Gegenwart geprägt haben. Im Zentrum stehen verborgene Entscheidungen und ihre Folgen für Öffentlichkeit, Macht und Demokratie.
Markus Brunner analysiert in „Sozialpsychologie des Autoritären“ Ursachen rechter Anziehungskraft und autoritärer Dynamiken. Hans-Jürgen Wirth beleuchtet emotionale Leitmotive wie Wut, Ressentiment und Empathieverweigerung. Moderation: Robert Misik.
An diesem Abend steht im FOTO ARSENAL WIEN das Format Foto Tonic auf dem Programm: Ein entspannter Abend mit Führung durch die beiden aktuellen Ausstellungen, gefolgt von einem Ausklang bei einem Getränk.Zu sehen sind zur Zeit die beiden folgenden Ausstellungen: Daido Moriyama Retrospective und Michelle Piergoelam - Across the Water. Anmeldung via Mail ist erforderlich.
LA FONTE Vienna 2026: Ein Wochenende mit italienischer Gegenwartsliteratur: neun zweisprachige Buchpräsentationen, ein Konzert und eine Kinderlesung. Autor:innen aus Italien präsentieren Essays, Romane, Graphic Novels, Krimis und Kinderbücher. Reservierung erforderlich!
Franz Schubert war meist fein rasiert: Vier Bühnenschaffende nehmen Schuberts Lieder ernst und auseinander: Klassik trifft Jazz, Folk und Rock, Schubert kommentiert als Geist den Abend. Kein gewöhnlicher Liederabend, sondern musikalisches Wagnis, inklusive Augenzwinkern.
Bei Erscheinen von "Entwurf für eine Welt ohne Menschen" 1974 wurde Peter Roseis Reisebeschreibung als „Mausoleum für eine Menschheit am Ende ihrer Geschichte“ gefeiert. Ein Kaspar Hauser durchstreift eine menschenleere Welt, real oder imaginiert. Eine präzise, halluzinatorische Wanderung bis an die Grenzen der Wahrnehmung, jetzt neu zugänglich. Das Buch wird vom Residenzverlag im März neu aufgelegt. Walter Famler spricht mit dem Autor.
Drei Episoden, drei Länder, eine Familie: In den USA, Dublin und Paris erkundet Jarmusch mit einem namhaften Ensemble (quasi die Film-Familie des Regisseurs) Nähe, Distanz und Generationenkonflikte. Architektur und Gesten ersetzen große Worte. Ein dreiteiliges Fresko in gewohnt reduzierter Jarmusch-Manier.
Michel Poiccard, ein kleiner Gauner, versucht die amerikanische Studentin Patricia zu beeindrucken. Godards Debüt vereint Truffauts Buchidee, Chabrols technisches Können und Belmondos sowie Sebergs ikonische Präsenz zu einem formal innovativen Film, der inhaltlich bereits die Konflikte des 1960er vorwegnimmt. Der Film ist am 4.4. ein zweites Mal zu sehen.
Zum 100. Geburtstag Ingeborg Bachmanns: Zwei Live-Hörspiele nach ihren frühen Radiowerken. "Die Radiofamilie" taucht ins Wien der 50er, "Ein Geschäft mit Träumen" schickt einen Angestellten in einen Laden, wo Träume käuflich sind, Zeit aber knapp. Eine Aufführung des Kollektiv Wortart.
Marco Presta, 1961 in Rom geboren, begann als Schauspieler und Theaterautor. Seit 1995 moderiert er die Kultsendung Il Ruggito del Coniglio auf Radio Rai 2. Methusalem kauft Artischocken ist sein erstes auf Deutsch erschienenes Buch. Moderation: Anna Bellé, Dolmetscherin: Ilse Kratochvil, Lesung auf Deutsch: Dirk Stermann.
Käthe Leichter (1895-1942) war eine führende Persönlichkeit der Arbeiterbewegung der Ersten Republik und Pionierin der Sozialforschung. Als Leiterin des Frauenreferats der Arbeiterkammer untersuchte sie die Lebens- und Arbeitsbedingungen berufstätiger Frauen. Ihre Forderungen sind bis heute aktuell. Zu sehen bis 1.3.2026.
Marina Abramović, 1946 in Belgrad geboren, gilt als Pionierin der Performancekunst. Mit radikalen Körper- und Grenzerfahrungen erforscht sie seit den 1970ern Ausdauer, Schmerz und Nähe zum Publikum. Ihre Arbeiten machten sie zu einer der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Die Ausstellung ist bis 1.3.2026 zu sehen.
Isa Willinger versammelt Regisseurinnen wie Céline Sciamma, Catherine Breillat und Virginie Despentes zum Gespräch über Macht, Geschlecht und Freiheit im Kino. Sie sprechen über Sex, Gewalt, den female gaze und was es heißt, als Frau Filme zu machen.