Regisseur Igor Bezinović untersucht die Geschichte seiner Heimatstadt Rijeka (italienisch Fiume) nach dem Ersten Weltkrieg, als die Hafenstadt von italienischen Milizen unter Dichter Gabriele D'Annunzio 15 Monate besetzt wurde. Kroatiens Oscar-Beitrag lässt diese ernüchternde Momentaufnahme des frühen europäischen Faschismus mit fantasievollen Stilmitteln lebendig werden.
Schlafprobleme und ihre Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden sind Thema beim „Am Puls"-Talk. Schlafforscherin Ambra Stefani und Hans-Joachim Strokosch von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich sprechen über Strategien für erholsamere Nächte.
Auch 100 Jahre nach Erscheinen bleibt Schnitzlers Novelle brisant: Else soll für ihre Eltern Geld von einem Kunsthändler erbetteln, der sie skrupellos ausnutzen will. Leonie Böhm inszeniert die Geschichte als Solo mit Julia Riedler im Hier und Heute.
Frachild ist eine vierköpfige Indie-Band aus Wien. Melancholische Gitarrenmelodien verschmelzen mit drei charakteristischen Stimmen zu einem atmosphärischen Sound. Die Band, die seit 2021 gemeinsam musiziert, verbindet inspirierte Instrumentierung mit poetischen Texten über persönliche Themen.
Armin Thurnher präsentiert sein Buch „Unsternstunden der Menschheit“ und spricht mit Markus Marterbauer über politische und mediale Wendepunkte, die die Gegenwart geprägt haben. Im Zentrum stehen verborgene Entscheidungen und ihre Folgen für Öffentlichkeit, Macht und Demokratie.
Markus Brunner analysiert in „Sozialpsychologie des Autoritären“ Ursachen rechter Anziehungskraft und autoritärer Dynamiken. Hans-Jürgen Wirth beleuchtet emotionale Leitmotive wie Wut, Ressentiment und Empathieverweigerung. Moderation: Robert Misik.
An diesem Abend steht im FOTO ARSENAL WIEN das Format Foto Tonic auf dem Programm: Ein entspannter Abend mit Führung durch die beiden aktuellen Ausstellungen, gefolgt von einem Ausklang bei einem Getränk.Zu sehen sind zur Zeit die beiden folgenden Ausstellungen: Daido Moriyama Retrospective und Michelle Piergoelam - Across the Water. Anmeldung via Mail ist erforderlich.
LA FONTE Vienna 2026: Ein Wochenende mit italienischer Gegenwartsliteratur: neun zweisprachige Buchpräsentationen, ein Konzert und eine Kinderlesung. Autor:innen aus Italien präsentieren Essays, Romane, Graphic Novels, Krimis und Kinderbücher. Reservierung erforderlich!
Franz Schubert war meist fein rasiert: Vier Bühnenschaffende nehmen Schuberts Lieder ernst und auseinander: Klassik trifft Jazz, Folk und Rock, Schubert kommentiert als Geist den Abend. Kein gewöhnlicher Liederabend, sondern musikalisches Wagnis, inklusive Augenzwinkern.
Bei Erscheinen von "Entwurf für eine Welt ohne Menschen" 1974 wurde Peter Roseis Reisebeschreibung als „Mausoleum für eine Menschheit am Ende ihrer Geschichte“ gefeiert. Ein Kaspar Hauser durchstreift eine menschenleere Welt, real oder imaginiert. Eine präzise, halluzinatorische Wanderung bis an die Grenzen der Wahrnehmung, jetzt neu zugänglich. Das Buch wird vom Residenzverlag im März neu aufgelegt. Walter Famler spricht mit dem Autor.
Drei Episoden, drei Länder, eine Familie: In den USA, Dublin und Paris erkundet Jarmusch mit einem namhaften Ensemble (quasi die Film-Familie des Regisseurs) Nähe, Distanz und Generationenkonflikte. Architektur und Gesten ersetzen große Worte. Ein dreiteiliges Fresko in gewohnt reduzierter Jarmusch-Manier.
Michel Poiccard, ein kleiner Gauner, versucht die amerikanische Studentin Patricia zu beeindrucken. Godards Debüt vereint Truffauts Buchidee, Chabrols technisches Können und Belmondos sowie Sebergs ikonische Präsenz zu einem formal innovativen Film, der inhaltlich bereits die Konflikte des 1960er vorwegnimmt. Der Film ist am 4.4. ein zweites Mal zu sehen.
Zum 100. Geburtstag Ingeborg Bachmanns: Zwei Live-Hörspiele nach ihren frühen Radiowerken. "Die Radiofamilie" taucht ins Wien der 50er, "Ein Geschäft mit Träumen" schickt einen Angestellten in einen Laden, wo Träume käuflich sind, Zeit aber knapp. Eine Aufführung des Kollektiv Wortart.
Marco Presta, 1961 in Rom geboren, begann als Schauspieler und Theaterautor. Seit 1995 moderiert er die Kultsendung Il Ruggito del Coniglio auf Radio Rai 2. Methusalem kauft Artischocken ist sein erstes auf Deutsch erschienenes Buch. Moderation: Anna Bellé, Dolmetscherin: Ilse Kratochvil, Lesung auf Deutsch: Dirk Stermann.
Käthe Leichter (1895-1942) war eine führende Persönlichkeit der Arbeiterbewegung der Ersten Republik und Pionierin der Sozialforschung. Als Leiterin des Frauenreferats der Arbeiterkammer untersuchte sie die Lebens- und Arbeitsbedingungen berufstätiger Frauen. Ihre Forderungen sind bis heute aktuell. Zu sehen bis 1.3.2026.
Marina Abramović, 1946 in Belgrad geboren, gilt als Pionierin der Performancekunst. Mit radikalen Körper- und Grenzerfahrungen erforscht sie seit den 1970ern Ausdauer, Schmerz und Nähe zum Publikum. Ihre Arbeiten machten sie zu einer der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Die Ausstellung ist bis 1.3.2026 zu sehen.
Isa Willinger versammelt Regisseurinnen wie Céline Sciamma, Catherine Breillat und Virginie Despentes zum Gespräch über Macht, Geschlecht und Freiheit im Kino. Sie sprechen über Sex, Gewalt, den female gaze und was es heißt, als Frau Filme zu machen.
Die Feminist Week im Admiral Kino zeigt vom 2. bis 8. März engagierte Filme. "Stoff – Ein Spitzengeschäft" verbindet Stoffmärkte in Lagos mit Stickereifabriken in Lustenau und den kolonialen Wurzeln europäischen Reichtums. "Ein Tag ohne Frauen" erzählt vom legendären Frauenstreik 1975 in Island, der das Land lahmlegte.
Jonathan Safran Foer reist in die Ukraine, um die Geschichte seines Großvaters und des zerstörten Dorfs Trachimbrod zu erforschen. Begleitet vom Dolmetscher Alexander entspinnt sich eine bewegende Suche nach Erinnerung, Identität und der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Roman von Foer wird von Regisseurin Mina Salehpour auf die Bühne gebracht.
Greenpeace-Wirtschaftsexpertin Ursula Bittner präsentiert ihr Buch im Gespräch mit Doron Rabinovici. Anhand konkreter Beispiele analysiert sie, wie Konzerne Greenwashing nutzen, um politisches Handeln zu blockieren. Durch Desinformation und Lobbying werden Umweltregulierungen unterlaufen, um klimaschädliche Geschäftsmodelle zu sichern.
Am 12. April entscheidet sich, ob Viktor Orbán zum fünften Mal gewinnt. Trotz Umfragevorsprung für Péter Magyar bleiben viele skeptisch: Orbán hat Ungarn in eine Wahlautokratie umgebaut. Schriftstellerin Zsófia Bán und Politikwissenschaftler Zoltán Ádám sprechen mit Cathrin Kahlweit über die Wahl und Ungarns Chancen zur Rechtsstaatlichkeit zurückzukehren.
Die Blue Bird Stage zeigt spannende neue Acts der österreichischen Musikszene. Mehrere Künstler:innen spielen je zwei Songs in professionellem Setting. Eine Gelegenheit, neue Musik zu entdecken und mitzuerleben, wie die Acts im Anschluss Feedback von Szene-Profis bekommen.
Johnny Depp ist als angeschossener Buchhalter auf der Flucht durchs surreale Ödland des amerikanischen Westens. Der hochgebildete Indianer Nobody (so unglaublich gut dargestellt von Gary Farmer) begleitet ihn auf einer spirituellen Reise zwischen Leben und Tod. Jarmuschs hypnotischer Schwarz-Weiß-Anti-Western mit Neil Young-Soundtrack ist eine poetische Abrechnung mit Industrialisierung und Gewalt. "I was then taken east, in a cage. I was taken to Toronto. Then Philadelphia. And then to New York. And each time I arrived at another city, somehow the white men had moved all their people there ahead of me. Each new city contained the same white people as the last, and I could not understand how a whole city of people could be moved so quickly." (Nobody)
FLO – Floriana Cangiano aus Neapel vereint italienischen Folk mit Pop und neapolitanischem Gesang. Die preisgekrönte Sängerin schreibt kluge, engagierte Songs über Frauen und süditalienischen Alltag, kraftvoll interpretiert mit dramatischer Stimme und mediterranem Temperament. Am 7.3. im Treibhaus in Innsbruck.
Barbara (Valerie Pachner) ist Clownin und lebt mit ihrem Partner und den beiden Kindern ein glückliches Familienleben. Ein Unfall reißt sie aus allem heraus. Adrian Goigingers Film nach dem Bestseller von Barbara Pachl-Eberhart erzählt nicht-linear von Verlust und Trauer, aber auch davon, wie man weiterleben kann.
Nicole List spricht über Angst vor Männern statt Hass. Nach Jahren erlaubt sie sich, das Unsicherheitsgefühl zu benennen und Männer nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Ein Abend über weibliche Solidarität und männliche Verantwortung. Moderation: Stefanie Jaksch.
Sławomir Mrożeks "Die Emigranten" erzählt von zwei namenlosen Protagonisten in der Fremde, die um Sprache, Würde und Zugehörigkeit ringen. Die szenische Lesung verbindet Mrożeks existenzielle Schärfe und bitteren Humor mit der kraftvollen, melancholischen Musik von Kayah und Goran Bregović. Balkan-Rhythmik von „Propabanda“ & Theresa Jarczyk trifft auf slawische Melancholie. Ein von Burgtheater und Polnischem Kulturinstitut organisierter Abend.
Am Samstag, den 7. März, kommt man mit einer Jahreskarte der Wiener Linie nicht nur zum Unteren Belvedere hin, sondern auch kostenlos rein. Zur Zeit laufen neben der Dauerausstellung (Mittelalter und Renaissance) noch die Ausstellungen "Franz Xaver Messerschmidt - Mehr als Charakterköpfe" und "Ferdinand Georg Waldmüller- Nach der Natur gemalt"
Die belgische Band Hooverphonic verbindet Trip Hop, Pop und orchestrale Elemente. Ihr Album "The Magnificent Tree" (2000) mit Hits wie "Mad About You" und "Vinegar & Salt" wurde zum Meilenstein ihrer Karriere und brachte weltweite Anerkennung. Ein eklektischer Sound zwischen Electronica, Rock und Pop.
Der Broadway-Autor Barton Fink kommt 1941 nach Hollywood, um fürs Kino zu schreiben. Im schäbigen Hotel Earle versinkt er in Schreibblockade und surrealer Paranoia. John Turturro und John Goodman brillieren in diesem rätselhaften Meisterwerk der Coens, das in Cannes alle drei Hauptpreise gewann. Ein schwarzhumoriger Trip durch die Hölle Hollywoods.
Julius von Bismarcks Kunst sucht keine Erklärungen, sondern Erfahrungen. Mit experimenteller Offenheit schafft er visuelle Räume, die tradierte Sichtweisen sprengen und neue Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch und Umwelt eröffnen. „Normale Katastrophe“ thematisiert Hybris, Verantwortung und Folgen unseres Handelns.
Die Ausstellung im MAK – Museum für angewandte Kunst beleuchtet Wien 1898 bis 1945 neu. Im Fokus stehen Ideen und Reformbewegungen wie Wiener Werkstätte, Werkbund und Bauhaus. Objekte aus der Sammlung und Leihgaben zeigen den Austausch von Architektur, Malerei und angewandter Kunst bis in die Gegenwart. Konzipiert wurde die Ausstellung von Markus Schinwald. Jeweils an Sonntagen um 15:00 finden Führungen statt.
Der Nationalrat legalisierte im Juli 2025 den Bundestrojaner, eine Software zum Knacken verschlüsselter Nachrichten. Wie verändert staatliche Überwachungstechnik unseren Datenschutz und unsere Kommunikationsfreiheit? Podium: Christiane Wendehorst (Digitalisierungsrecht, Uni Wien), René Mayrhofer (Private Digital Authentication) und Schriftsteller Peter Rosei. Moderation: Anita Eichinger und Wolfgang Renner.
Die kolumbianisch-argentinische Band Che Sudaka wurde 2002 in Barcelona von einstigen Straßenmusikern gegründet. Ihr Sound mischt lateinamerikanische Folklore, Ska, Reggae und Punk. Mit sozial-kritischen Texten über Migration und Ungleichheit kämpfen sie für eine solidarische Gesellschaft. Ihr Motto: "Bailar pensando!": Tanzen & Denken.
Die französische Regisseurin Agnes Varda erzählt die Geschichte von Mona, die beschlossen hat, als Vagabundin zu leben. Leider endet ihr Leben durch Erfrieren in einem Straßengraben. In Rückblenden erfahren wir von ihrem Schicksal.
Josef Winkler schreibt seine verstorbene Schwester Maria zurück ins Leben. Sie kümmerte sich einst um den rebellischen Bruder, wurde Konditorin, erkrankte seelisch und kehrte heim in die "sprachlose Welt", zeitgleich mit Josef nach dem Skandal um sein Debüt "Menschenkind". Der Roman "Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht" verknüpft ihre Schicksale. Gespräch mit Florian Baranyi.
Der irische Singer-Songwriter John Blek aus Cork macht Alternative Folk mit Lo-Fi-Herz und zeitloser, emotionaler Stimme. Für sein Album "The Midnight Ache" baute er sein eigenes Studio mit eigenen Händen. Anklänge an Sparklehorse und Beck treffen auf Streicherarrangements. "John Blek is Ireland's best kept secret" (The Irish Times)
Wien 2066: In einem unterirdischen SiestaSpace® zum Abkühlen trifft sich eine Solargesellschaft. Das Leben verläuft langsamer, Grundbedürfnisse sind gesichert ohne Lohnarbeit, neue Berufe der Fürsorge entstanden. Claudia Seigmann & Markus Zett laden in ihrem Stück zum spielerischen Utopietraining ein: Besucher:innen erkunden gemeinsam eine solidarische Zukunft jenseits von Patriarchat und Kapitalismus.
Das Serapions Theater zeigt eine Gesellschaft im Stillstand: In einer Stadt im Umbau wiederholen Menschen vertraute Bilder und Geschichten. Zwischen Perspektivenlosigkeit und Wiederholungszwang wirkt der gesellschaftliche Untergang näher als echte Veränderung. Regie von Max Kaufmann.
1925 gründete Otto Neurath das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Wien und entwickelte die "Wiener Methode der Bildstatistik", später "Isotype" genannt. Im englischen Exil adaptierten Otto und Marie Neurath mit Dokumentarfilmer Paul Rotha die Bildsprache fürs Kino. Einführung: Günther Sandner, Werner Michael Schwarz. Im Rahmen der Ausstellung "Wissen für Alle".
Fritz Jergitsch, Gründer der "Tagespresse", analysiert die politische Krise: Globalisierung und Digitalisierung brachten Wohlstand, aber auch Spaltung und Wut, die Rechtspopulisten ausnutzen. Sein Buch "Heulen hilft uns auch nicht weiter" skizziert einen neuen Liberalismus mit fairer Teilhabe und digitaler Demokratie. Gespräch mit Florian Pollack.
Quinn Slobodian und Ben Tarnoff analysieren, wie Elon Musk vom Silicon-Valley-Nerd zur rechten Ikone wurde. Sie zeichnen nach, wie der Kult um disruptive CEOs, die Erzählung vom heldenhaften Einzelgänger in sozialen Medien und Videospielen sowie rassistische Memes und Verschwörungstheorien den Muskismus formten: ein frankensteinsches Monster des Kapitalismus. In englischer Sprache.
Orlando, jung und attraktiv, lebt über vier Jahrhunderte und wechselt in Konstantinopel nach einer Trance das Geschlecht. Als Frau erkundet sie mit Ironie die Themen Rollenbilder, Zeitgeist und die Vielfalt widersprüchlicher Identitäten. Regie von Therese Willstedt nach ein Textfassung von Tom Silkeberg.
Richard Linklater erzählt die Geschichte hinter den Dreharbeiten von Jean-Luc Godards "Außer Atem". Guillaume Marbeck spielt Godard, der alle Regeln bricht, Zoey Deutch seine skeptische US-Hauptdarstellerin Jean Seberg. Linklater dreht im Stil seines Vorbilds: Schwarz-Weiß, Format 1:1,37, mit Humor und dem Esprit der frühen Sixties.
Der indische Filmemacher Arjun Talwar lebt seit über zehn Jahren in Warschau und fühlt sich trotzdem fremd. Um seine Integration voranzutreiben, filmt er seine Nachbarinnen in der Ulica Wilcza (Wolfstraße) und testet dabei bewusst seine Beziehungen zu ihnen. Ein humorvolles, persönliches Porträt Polens und des modernen Europas.
Die Null-Star-Allüren-Band aus Montreal spielt epischen Post-Rock: lange, orchestrale Klanglandschaften ohne Worte, die von zart bis apokalyptisch reichen. Seit 1994 schaffen sie mit Streichern, Gitarren und Field Recordings monumentale Soundwände: politisch, düster, überwältigend. Ihre Konzerte sind rituelle Erlebnisse im Dunkeln. Für Pink Floyd-Fans, die es epischer, düsterer und kompromissloser mögen. Weiterer Österreich-Termin: am 11.3. im Posthof Linz.
Was wären unsere Körper ohne Widerstand? Ein Abend über Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Belastbarkeit mit Philosophin Amani Abuzahra ("Ein Ort namens Wut") und Journalistin Solmaz Khorsand ("Unverdächtig"). Wann ist Widerstand ermüdend, wann hat man die Wahl – und wann bleibt einem nichts anderes übrig? Moderation: Stefanie Jaksch.
Was macht Mut aus: die Tat oder die Weigerung zu verrohen? Dimitré Dinevs Roman "Zeit der Mutigen" erzählt von Menschen, die sich dem Sog der Geschichte entgegenstemmen und trotz Angst menschlich bleiben. Johannes Kaup spricht mit Dinev darüber, wie wir unter Druck unsere Integrität bewahren und was Courage wirklich bedeutet.
Ingrid Brodnigs untersucht in ihrem neuen Buch Hass gegen Politikerinnen im Netz. Die Digitalexpertin analysiert Mechanismen der Einschüchterung und zeigt, wie Frauen aus öffentlichen Räumen verdrängt werden sollen. Das Buch bietet Handlungsvorschläge und Anlaufstellen für Betroffene und Unterstützer:innen.
Elias Hirschl plädiert für Kunst als Selbstzweck und erinnert daran, dass KI keine schöpferische Kraft besitzt, sondern nur bestehende Texte reproduziert und auf letztlich unbezahlter Arbeit realer Autor:innen basiert. Gemeinsam mit Lukas Diestel fragt er: Ist die eigentliche Bedrohung nicht das kapitalistische System, das Kunst auf Content reduziert?
Bei den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April hat Péter Magyars TISZA-Partei laut Umfragen Chancen auf den Wahlsieg. Wie steht es nach 16 Jahren Orbán um Demokratie und Rechtsstaat? Wie funktioniert das korrupte Netzwerk? Wird sich Orbán verdrängen lassen? Mit Andreas Schedler (CEU Democracy Institute) und Petra Thorbrietz (Autorin). Moderation: Gerhard Marchl.
Slobodan Šnajders Roman erzählt die Geschichte Jugoslawiens anhand eines Mietshauses in Zagreb. Von 1941 bis 1991 verfolgt er die Bewohner: Professor Gavranić, die übersinnliche Frau Blavatsky, den Ustascha Mile und das Findelkind Anđa Berilo, das vom Dienstmädchen zur Partisanin wird. Ein Panorama Mitteleuropas im 20. Jahrhundert.
September 1944, Warschauer Aufstand: Lieutenant Zadra führt seine letzten Kämpfer durch die Kanalisation zum Stadtzentrum. In der Enge und Dunkelheit zeigt sich Mut neben Verzweiflung, Liebe neben Angst. Andrzej Wajdas Film verzichtet auf Heldenpathos und zeigt stattdessen Menschen am Limit. 1957 in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.
Claudia Bauer inszeniert Jelineks aberwitziges Vampirstück: Krankenschwester Emily rettet die bei der Geburt verstorbene Carmilla durch einen Vampirbiss. Die beiden Frauen beginnen eine blutrünstige Liebesbeziehung, ernähren sich von Blutkonserven und entziehen sich männlicher Kontrolle. Dr. Heidkliff und Carmillas Ehemann Benno rufen zur Jagd auf die Untoten. Weiterer Termin am FR 20.3.
Traditionelle Geschlechterrollen erleben in sozialen Medien eine Konjunktur: "Tradwives" zelebrieren das häusliche Glück, Männlichkeits-Coaches predigen Härte. Beide Szenen verfolgen kommerzielle Interessen, die Grenze zu autoritären Weltbildern verschwimmt. Rechte Social-Media-Strateg:innen nutzen Gender-Diskurse für ihre Agenda. Im Rahmen der Reihe "Kunst – Forschung – Geschlecht".Im Auditorium, Vordere Zollamtsstraße 7, 1030 Wien
Der chinesische Künstler Cai Dongdong arrangiert gefundene und eigene Fotografien zu Collagen und Objekten. Er erweitert die Präsentationsformen der Fotografie, ohne von deren Ästhetik abzuweichen, und nutzt Humor, um die Last der Geschichte aufzulösen. Die New York Times lobte seine bemerkenswerten neuen Wege. Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend. Zu sehen bis 25.4.
Die ALBERTINA präsentiert eine epochenübergreifende Schau der Faszination des Papiers aus ihrer umfangreichen Sammlung (15. Jh. bis Gegenwart). Gezeigt werden Zeichnungen, Druckgrafiken, Architekturentwürfe und dreidimensionale Objekte, die die Vielseitigkeit dieses Materials durch überraschende Gegenüberstellungen illustrieren. Zu sehen bis 22.3.2026
Künstlerin Brittany Tucker aus NY präsentiert in "Canary" figurative Selbstporträts, die den weißen Körper durch cartoonhafte Karikaturen bewusst fehlinterpretieren. Die Umkehr historischer Machtverhältnisse macht Intimität, alltäglichen Rassismus und tradierte Geschichten im Leben Schwarzer Amerikanerinnen sichtbar. Der Titel verweist auf Vonneguts Theorie: "Künstlerinnen als Kanarienvögel", die Gefahren frühzeitig erkennen.Opening Hours Tue-Sat: 11:00–18:00
dEUS, 1991 in Antwerpen gegründet, zählt zu Belgiens bekanntesten Rockbands. Um Frontmann Tom Barman schufen sie einen eklektischen Sound aus Alternative Rock, Jazz, Folk und Punk. Ihr Debüt "Worst Case Scenario" (1994) gilt als einflussreichstes Album der 90er-Jahre und machte sie zur ersten belgischen Indie-Band bei einem Major-Label.
Marie Langer (1910–1987): Wiener Ärztin, Psychoanalytikerin, Kommunistin. Sie kämpfte 1936 im Spanischen Bürgerkrieg, flüchtete nach Argentinien, musste 1974 vor Todeslisten fliehen. Ihre Erinnerungen erscheinen nun bei Edition Atelier. Ulrike Schmitzer (Herausgeberin) und Irene Filip (Spanienarchiv) sprechen über die außergewöhnliche Biografie. Moderation: Matti Bunzl.
Am 14. Oktober eröffnet die Ausstellung „MEET OTTO“ am Otto Wagner Areal. Gezeigt wird die Entwicklung vom Krankenhaus zum Wissenschafts-, Kultur- und Bildungsareal. Pläne, Vergleichsbilder, Materialproben und Tonspuren machen die architektonische und historische Transformation nachvollziehbar. Öffnungszeiten: Di - Fr 10:00 - 17:00
Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der „Wiener Methode der Bildstatistik“, später Isotype genannt, die Otto Neurath 1925 mit seinem Team zur Demokratisierung von Wissen entwickelte. Sie zeigt den Einfluss dieser Bildsprache auf Grafikdesign, Kunst und Informationsvermittlung bis in die Gegenwart. Die Ausstellung endet am 5.4.2026. An Samstagen findet um 13:00 eine Führung durch die Ausstellung statt.
Der elfjährige Krishna landet nach einem familiären Streitfall in den Straßen von Bombay und versucht als Teeausträger genug Geld zu verdienen, um nach Hause zurückzukehren. Mira Nairs Debütfilm arbeitet mit echten Straßenkindern und dokumentarischer Ästhetik, ein neorealistisches Meisterwerk über Armut, Freundschaft und Überleben in den Slums. Wie Tom Waibel bei einer Moderation sagte: "Nach dem Film, hat man das Gefühl, dort gewesen zu sein."